Steinerne Front gegen die Sonntagsöffnung

22. März 2002, 19:18
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Wirtschaftsbund, FPÖ, Gewerkschaft, Kirche

Wien - Ein "absolutes Nein zur Sonntagsarbeit", weil es nicht zumutbar sei, dass die Arbeitszeit der Arbeitnehmer weiterhin ausgeweitet werde und damit ein massiver Angriff auf jegliches Familien-, Vereins- und sonstiges Freizeitleben stattfände - FP-Klubobmann Peter Westenthaler zementierte die Haltung seiner Partei zu einer Liberalisierung des Ladenschlusses weiter ein. Eine Allianz aus mehreren Handelsbetrieben machte wieder einmal einen Versuch, die Rollbalken in Österreich auch an Sonntagen nach oben zu drücken.

Per Wendschlag, Manager beim schwedischen Möbelhaus Ikea, begründete den Vorstoß so: "Wir werden oft von Kunden angesprochen: ,Warum macht ihr nicht am Sonntag auf? Das Einkaufen wäre viel leichter.'" Schon jetzt verlagere sich das Geschäft zusehends von den anderen Wochentagen auf Freitag und Samstag.

VP-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein scheiterte schon zuvor am Veto des Koalitionspartners FPÖ, den Ladenschluss unter der Woche freier zu gestalten. Dem Handelsvorstoß zur Sonntagsöffnung erteilte er aber eine klare Absage. "Ich will am Sonntag nichts bewegen", es solle "alles beim Alten" bleiben.

"Grundsätzliches Nein"

Gewerkschafter Hans Sallmutter erklärte ein "grundsätzliches Nein" zu Sonntagsarbeit. Wirtschaftsbund-Generalsekretär Karlheinz Kopf bezeichnete die Forderung als "Scheinliberalisierung", bei der Familienbetriebe übrig blieben, da die Handelskonzerne den Personaleinsatz besser koordinieren könnten.

Die Kirche sekundiert naturgemäß die Gegner der Sonntagsöffnung: Die "Allianz für den freien Sonntag" starte am 15. April eine Kampagne namens "Schneller leben? Lebensqualität durch gemeinsame Zeit", sagte Kardinal Christoph Schönborn am Freitag bei einer Pressekonferenz. Die evangelischen und orthodoxen Kirchen seien der Allianz beigetreten. (APA, DER STANDARD, Printausgabe 23.3.2002)

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