Bologna verabschiedet sich von ermordetem Regierungsberater Biagi

22. März 2002, 14:19
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Ciampi nahm am Begräbnis teil - Staatsbegräbnis abgelehnt

Bologna - Der am Dienstag ermordete italienische Regierungsberater Marco Biagi ist am Freitag in Bologna beigesetzt worden. In einer Kondolenzbotschaft an die Familie des Ermordeten forderte Papst Johannes Paul II. die Wiederaufnahme des gesellschaftlichen Dialogs "zum Wohle der italienischen Nation." In der von Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano im Namen des Papstes verfassten Botschaft verurteilte das Oberhaupt der katholischen Kirche den Mord als "barbarisch". Bei der privaten Zeremonie waren Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi, die Präsidenten von Senat und Parlament, Marcello Pera und Pier Ferdinando Casini, sowie führende Parlamentarier und Gewerkschafter anwesend. Den Trauergottesdienst hielt der Erzbischof von Bologna, Kardinal Giacomo Biffi.

Die Familie hatte ein von Ministerpräsident Silvio Berlusconi angebotenes Staatsbegräbnis abgelehnt. Die Stadtverwaltung von Bologna erklärte den kommenden Sonntag zu einem Trauertag.

Zu dem Mord an dem 51-jährigen Arbeitsrechtsexperten hatte sich eine Nachfolgeorganisation der linksterroristischen Organisation Rote Brigaden in einer 26-seitigen Erklärung bekannt. Biagi war am Dienstagabend vor seinem Haus im Zentrum von Bologna erschossen worden. Der Vater von zwei Söhnen arbeitete an einer Reform des Arbeitsrechts, wie sie die Regierung von Silvio Berlusconi derzeit vorsieht. (APA)

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