Zweistelliges Gewinnplus 2001

22. März 2002, 19:34
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Osttöchter tragen stark zum Ergebnis bei - Dividende stabil - Heuer weniger Kreditrisiko in Sicht

Wien - Die Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen hat nicht zuletzt dank der Beiträge der großen Osttöchter im Jahr 2001 im Ergebnis zum Teil hoch zweistellig zugelegt. Erste-Chef Andreas Treichl hat das Geschäftsjahr 2001 damit über seinen Erwartungen abgeschlossen. "Wir sind schneller und daher wirtschaftlich erfolgreicher unterwegs als wir es geplant hatten". Der Vorstand werde der Hauptversammlung die Auszahlung einer unveränderten Dividende (1,24 Euro) vorschlagen.

Nach vorläufigen Daten stieg das Betriebsergebnis stieg um 50,2 Prozent von 474 auf 712 Mill. Euro. Der Zinsüberschuss wurde um 55,7 Prozent von 924 Mill. auf 1,439 Mrd. Euro gesteigert. Der Provisionsüberschuss wurde um 35,7 Prozent von 423 auf 575 Mill. Euro erhöht. Der Jahresüberschuss vor Steuern stieg 2001 um 46,6 Prozent von 277 auf 406 Mill. Euro. Der Konzernjahresüberschuss stieg um 16,4 Prozent auf 223 Mill. Euro. Der Gewinn je Aktie stieg von 4,21 auf 4,47 Euro.

Die Bilanzsumme wuchs um 20,8 Prozent auf 86 Mrd. Euro. Wie die Erste Bank, die am Freitagvormittag ihre vorläufigen Bilanzdaten erläutern wird, vorab festhielt, ist bei den Veränderungen der Bilanzpositionen zu berücksichtigen, dass diese durch erstmalige Einbeziehung der im Jahr erfolgten Akquisitionen Slovenska Sporitelna (SLSP) und Tiroler Sparkasse (TiSpa) verzerrt sind. In der Ergebnisrechnung ist die Ceska Sporitelna (CS) seit 3. August 2000 und die SLSP seit 11. Jänner 2001 im Konzernabschluss enthalten. Die TiSpa wurde erst zum Ultimo 2001 gekauft. Um 25,8 Prozent auf 204 Mill. Euro wurden die Kreditrisikovorsorgen angehoben. Diese Aufstockung betraf fast ausschließlich das Kreditportfolio der Erste Bank AG und vor allem das Inlandsgeschäft.

Heuer weniger Kreditrisiko in Sicht

Da die Erste Bank im Jahr 2001, anders als 2000, von mehreren Großinsolvenzen im Inland betroffen war, mussten die Kreditrisikovorsorgen im Konzern um mehr als ein Viertel angehoben werden. Derzeit geht der Vorstand davon aus, dass die heurigen Risikovorsorgen - "Effekte des Haftungsverbundes außer Acht lassend" - unter dem Niveau des Vorjahres liegen werden, zumal derartige Großinsolvenzen aus heutiger Sicht nicht zu erwarten seien.

Für Erste-Chef Andreas Treichl zeigte der Anstieg des Betriebsgewinns 2001 um 50 Prozent, dass sein Haus stärker als viele andere Mitbewerber "krisenfest aufgestellt" sei. Mit ihrer strategischen Fokussierung habe sich die Erste Bank 2001 gegen den Branchentrend stemmen können.

"Wesentliche" Verbesserung 2002 erwartet

Für 2002 erwartet der Vorstand eine "wesentliche" Verbesserung des Ergebnisses gegenüber 2001. Vorsichtig bleibe man aber angesichts der herrschenden konjunkturellen Unsicherheiten. Das Ziel, bis Ende 2003 eine Eigenkapitalverzinsung von mindestens 14 Prozent sowie eine Kosten/Ertragsrelation von höchstens 66 Prozent zu erreichen, bleibe aufrecht - trotz der Integration der Slovenska Sporitelna (SLSP) und Tiroler Sparkasse (Tispa) sowie der erstmaligen Einbeziehung der Sparkassen des Haftungsverbundes seit 1.1.2002. (APA)

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