Zwangsarbeit, Nötigung zu Sexdiensten, Heroinhandel

21. März 2002, 23:31
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Die Internationale Arbeitsorganisation hat nun Sanktionen über Burma verhängt

Genf - Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) und Burma haben ein Abkommen geschlossen, das die Kontrolle der Abschaffung der Zwangsarbeit kontrollieren soll. Spätestens im Juni kann die ILO in Rangun dafür ein Verbindungsbüro eröffnen. Burma sicherte auch zu, dass einE ILO-VertreterIn die von den burmesischen Behörden getroffenen Massnahmen zur Abschaffung der Zwangsarbeit prüfen kann. Nach Schätzungen leisten noch rund eine Million BurmesInnen Zwangsarbeit, vor allem für die Armee in den Grenzgebieten.

Konvention gegen Zwangsarbeit zwar ratifiziert, dennoch ignoriert

Burma ist somit das erste ILO-Mitglied, gegen das die Organisation Sanktionen verhängt hat, weil das Land ungeachtet zahlreicher Mahnungen die Zwangsarbeit nicht abgeschafft hat. Burma hatte die ILO-Konvention gegen Zwangsarbeit aus dem Jahr 1930 ratifiziert.

Die ILO hatte wegen systematischer Zwangsarbeit in Burma die technische Zusammenarbeit mit dem Militärregime von General Than Shwe suspendiert. Der Junta in Rangun wurde vorgeworfen, "unter totaler Missachtung der Menschenrechte, der Arbeitssicherheit und Gesundheit" ZwangsarbeiterInnen in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens einzusetzen. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen sind vor allem Angehörige ethnischer Minderheiten wie Karen, Kachin und Shan gezwungen, unter den entwürdigendsten Bedingungen Hilfsdienste für die burmesische Armee zu leisten oder im Bausektor unter anderem beim Bau von Hotels für ausländische Touristen zu arbeiten.

800 000 burmesische ZwangsarbeiterInnen

In einer ILO-Studie wurde die Zahl der ZwangsarbeiterInnen in dem Land auf 800 000 geschätzt. Frauen würden zu Sex-Diensten gezwungen; wer sich zur Wehr setze, werde festgenommen und gefoltert. Das Militärregime war keiner der Forderungen der ILO nachgekommen, die Rekrutierung der Zivilbevölkerung für Zwangsarbeit einzustellen. Westliche Länder werfen dem Regime in Rangun auch enge Zusammenarbeit mit Drogenbaronen und Rauschgifthändlern vor. Burma ist der mit Abstand größte Produzent von Heroin.

(apa)

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