Moritz de Hadeln Biennale-Direktor

22. März 2002, 14:11
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Ex-Berlinale-Chef erster Nicht-Italiener auf umkämpftem Posten des Chefs der Filmfestspiele Venedig - für ein Jahr

Venedig - Moritz de Hadeln, der ehemalige langjährige Leiter der Berlinale, ist zum neuen Chef der Filmfestspiele von Venedig ernannt worden. Der im englischen Exeter geborene 62-jährige Schweizer habe am Donnerstagabend einen Vertrag für ein Jahr erhalten, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA.

De Hadeln, der von 1979 bis 2001 das Berliner Filmfestival geleitet hatte, ist der erste Nicht-Italiener, der zum Direktor der Filmfestspiele in Venedig bestellt worden ist. De Hadeln folgt Alberto Barbera, der zu Jahresbeginn kurz vor Auslaufen seines Vertrages aus Protest gegen die Kulturpolitik der italienischen Mitte-Rechts-Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi zurückgetreten war. Die italienische Regierung hatte zuvor einen neuen Verwaltungsrat der Biennale ernannt.

Italienische Filmschaffende haben die Bestellung de Hadelns überwiegend negativ kommentiert. So warf Regisseur Franco Zeffirelli de Hadeln Desinteresse am italienischen Film vor. De Hadeln war 1998 in Italien in die Kritik geraten, weil er keinen einzigen italienischen Film nach Berlin eingeladen hatte. Allgemein wurde seine Bestellung als Übergangslösung gewertet, nachdem die Biennale-Leitung keinen italienischen Kandidaten hatte finden können. Die langwierige Suche hatte Gerüchte über die Handlungsfähigkeit des neuen Verwaltungsrates unter dem ehemaligen Telekom-Manager Franco Bernabe aufkommen lassen.(APA/dpa)

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