Körper, nicht Seele

21. März 2002, 22:06
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Religiöse Motive steuern eher Männer

Fasten, das tut man für den Körper: Vier von fünf Österreicherinnen, die laut eigenem Bekunden fasten, geben als Motiv für den Verzicht auf Speis und Trank an, dass sie "auf Gesundheit und Gewicht" achten. Nur 20 Prozent der Frauen sagen, dass sie das aus religiösen Gründen tun.

Das geht aus einer im Frühjahr 2000 durchgeführten Studie des Linzer market-Instituts hervor. Demnach sagen 57 Prozent der Frauen, aber nur 30 Prozent der Männer, dass sie fasten.

Verquickung von Wellness mit Tradition

Die wenigen fastenden Männer geben in einem wesentlich höheren Ausmaß als die Frauen religiöse Motive an - "da wird der religiöse Brauch oft als Anlass genommen, etwa vor Ostern auf Alkohol zu verzichten", beschreibt mar- ket-Chef Werner Beutelmeyer die Verquickung von Wellness mit Tradition: "Das religiöse Element dürfte vielfach nur aufgesetzt sein - noch dazu, wenn man bedenkt, dass die kirchlichen Fastenregeln besagen, dass Flüssiges das Fasten nicht bricht."

Die market-Studie zeigt auch auf, dass traditionelles Fasten eher von älteren Befragten praktiziert wird - unter 30 bekennt sich nur jeder Vierte zum Fasten. Das Motiv "Ausgleich zur Faschingszeit" fällt kaum ins Gewicht - und dass Badekleidung im Sommer sitzen soll, sorgt bloß einige wenige Männer. (cs, DER STANDARD Print-Ausgabe 22.März 2002)

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