Castro: Unterschied zwischen Nord und Süd gleicht "Völkermord"

21. März 2002, 21:53
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Der kubanische Staatschef geißelt in Monterrey das Weltwirtschaftssystem als "gigantisches Casino"

Monterrey - Auf der UN-Entwicklungskonferenz in Mexiko hat der kubanische Staatschef Fidel Castro das Weltwirtschaftssystem als "gigantisches Casino" kritisiert. Die wirtschaftliche Weltordnung bestehe aus Plünderung und Ausbeutung, und der krasse Unterschied im Lebensstandard zwischen reichen und armen Ländern komme einem Völkermord gleich, sagte Castro. Für den Zustand der Weltwirtschaft - "diese Tragödie" - seien nicht die armen Staaten verantwortlich zu machen, sagte Castro. "Nicht sie haben jahrhundertelang ganze Kontinente erobert und ausgeplündert, noch haben sie die Sklaverei wieder eingeführt, noch haben sie den modernen Imperialismus geschaffen", führte der kubanische Staatschef weiter aus. "Sie waren Opfer."

Zeitbombe Armut

Weltbank-Direktor Mike Moore bezeichnete die Armut als Zeitbombe, die gegen "das Herz der Freiheit" gerichtet sei. Der Präsident der UN-Vollversammlung, Han Seung-Soo, erklärte, die ärmsten Länder seien eine Brutstätte für Gewalt und Verzweiflung. Gerade nach dem 11. September seien Entwicklung, Frieden und Sicherheit untrennbar verbunden. UN-Generalsekretär Kofi Annan verwies darauf, dass die reichen Staaten in einer globalisierten Welt mehr als je zuvor von der Stabilität der armen abhingen. "Wir leben in einer Welt, nicht in zweien. Niemand in dieser Welt kann sich wohl oder sicher fühlen, während so viele Menschen leiden und benachteiligt sind."

Der peruanische Staatspräsident Alejandro Toledo erklärte, die globale Sicherheit sei eng mit der Gesundheit der Weltwirtschaft verbunden. Und von Entwicklung zu sprechen bedeute auch, von einem entschlossenen Kampf gegen den Terrorismus zu sprechen, sagte Toledo, der anschließend wegen eines Bombenanschlags in Lima in seine Heimat zurückkehrte. (APA/AP)

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