Versuchsobjekt Mensch

21. März 2002, 19:53
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Neue Ausgabe der "Bitteren Pillen"

Das Original von Kurt Langbein, Hans-Peter Martin und Hans Weiss war ein Bestseller. Nun erscheint die Neuausgabe der "Bitteren Pillen", die sich wieder der erfahrungsbasierten Medizin verschrieben hat: 10.000 Pharmaka, inkl. homöopathischer Mittel, werden auf ihren tatsächlichen Nutzen, unabhängig von althergebrachter Verschreibepraxis oder Volksglauben, bewertet. Die Diskrepanz hat viele gute Gründe, darunter die Tatsache, dass Medikamente oft nicht ausreichend geprüft werden - etwa nicht für alle Altersgruppen. Undercover-Recherchen in dem neuen Ratgeber illustrieren fragwürdige Praktiken beim Zustandekommen von Versuchsreihen, die letztlich zur Listung und damit zur Anerkennung von Präparaten führen. Dabei geht es auch um Geschenke an Ärzte, um die Auswahl von Kliniken in Ländern mit lockerer Zulassungspraxis.

Der Band lässt aber die Leser nicht mit Warnungen allein. In den Tabellen mit verständlich aufgelisteten Nebenwirkungen der einzelnen Pharmaka finden sich auch Alternativempfehlungen. (rosch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22. 3. 2002)

"Bittere Pillen 2002-2004", Kiepenheuer & Witsch, Köln 2002, 1088 Seiten, 30,80 EURO
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