7,267 Millionen Euro Gesamtumsatz

21. März 2002, 16:41
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Mutmaßlicher Täter des Euro-Paletten-Diebstahls geflüchtet

Linz - Der mutmaßliche Haupttäter in einem groß angelegten Diebstahl von Euro-Paletten mit anschließender Hehlerei konnte zwar gefasst werden, es ist ihm aber gelungen, bei der Einvernahme am Gendarmerieposten Pasching bei Linz zu flüchten. Das gab die Sicherheitsdirektion für Oberösterreich in einer Presseaussendung am Donnerstag bekannt. Der Gesamtumsatz in dem kriminellen Geschäft wird auf 7,267 Mill. Euro geschätzt.

Gestohlene Euro-Paletten angekauft

Der Festnahme des verdächtigen 42-Jährigen waren fünfmonatige Ermittlungen vorangegangen. Er wurde in der Wohnung eines rumänischen Geschäftspartners geschnappt, der in seiner Heimat wegen krimineller Machenschaften sitzt. Bei fünf Hausdurchsuchungen wurden 27 Ordner mit belastendem Material sichergestellt.

Sie sollen Hinweise darauf enthalten, dass der Mann seit 1996 im Durchschnitt pro Tag 500 gestohlene oder veruntreute Euro-Paletten um 3,6 Euro angekauft habe, die er wenige Tage später wieder um fünf Euro an Großfirmen veräußert haben soll. Beschafft wurden die Paletten von mehreren Lkw-Fahrern. Sie wurden durch Ankaufsverträge und Videoüberwachungen identifiziert und müssen mit Strafverfahren wegen gewerbsmäßigen Diebstahls und Veruntreuung rechnen.

Leugngung und Flucht

Nach der Festnahme leugnete der mutmaßliche Haupttäter, dem auch eine betrügerische Krida einer Firma zur Last gelegt wird, bei der Einvernahme am Gendarmerieposten Pasching alles. Am Donnerstag nutzte er eine Gelegenheit zur Flucht. Es waren zwar mehrere Beamte anwesend, die aber durch verschiedene Arbeiten abgelenkt waren. Nur ein Kriminalist beschäftigte sich unmittelbar mit ihm. Als sich dieser zu einem Kollegen umdrehte, um das weitere Vorgehen zu besprechen, stand der Verdächtige leise auf und schlich sich durch die Tür aus dem Gebäude.

Als sein Verschwinden bemerkt wurde, gab es Großalarm. Eine Passantin vor dem Haus hat ihn noch gesehen. Dann dürfte es ihm aber gelungen sein, sich zu verstecken. Weil er als nicht gewalttätig eingeschätzt worden war, trug er keine Handschellen. Die Fahndung nach dem Mann blieb am Donnerstag vorerst ohne Ergebnis. (APA)

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