"Hund, Frau, Mann" im Mülheimer Wettbewerb

22. März 2002, 11:49
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Erfolg für Burgtheater und Sibylle Bergs Stück - Mülheimer Theater erhält Preis zum Welttheatertag 2002

Mülheim an der Ruhr - Vor allem junge Dramatiker werden in diesem Jahr zu den 27. Mülheimer Theatertagen vom 18. Mai bis zum 8. Juni eingeladen. Die Jury habe nach Sichtung von 150 Produktionen acht Autoren für den Wettbewerb um den mit 10 000 Euro dotierten Mülheimer Dramatikerpreis benannt, berichtete der Sprecher des Auswahlgremiums, Klaus Völker, am Donnerstag in Mülheim. Neben Sibylle Bergs "Hund, Frau, Mann", einer Produktion des Wiener Burgtheaters, steht Gesine Danckwarts ("author-in-residence" des Wiener Schauspielhauses) "Täglich Brot" (Theaterhaus Jena) im Wettbewerb.

Programm

Gezeigt werden zudem Franzobels "Mayerling. Die österreichische Tragödie" (Volkstheater Wien), Fritz Katers "Fight City. Vineta" (Thalia Theater, Hamburg), Rene Polleschs "Prater Trilogie" (Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin) und Roland Schimmelpfennigs - derzeit auch in Wien als Koproduktion des Volkstheaters mit einer freien Gruppe gezeigte - "Push up 1-3" (Deutsches Schauspielhaus, Hamburg).

Arrivierte in der Minderheit

Elfriede Jelinek und Botho Strauß vertreten die arrivierten Bühnenautoren, seien damit in diesem Jahr freilich in der Minderheit. In Mülheim zeigt das Zürcher Schauspielhaus Jelineks "Macht nichts" und das Berliner Ensemble die Uraufführungs-Inszenierung des neuen Schauspiels "Unerwartete Rückkehr" von von Strauß.

Eine Jury bewertet die Stücke, nach der letzten Aufführung wird in öffentlicher Debatte der Preisträger gewählt. Der ausgezeichnete Beitrag wird auch im Rahmen der Salzburger Festspiele gezeigt.

Mülheimer Theater erhält Preis zum Welttheatertag 2002

Das Mülheimer "Theater an der Ruhr" erhält in diesem Jahr den "Preis zum Welttheatertag 2002". Die Auszeichnung werde voraussichtlich im April in der Ruhrgebietsstadt überreicht, teilte das Internationale Theaterinstitut (ITI) in Berlin am Freitag mit. "Ästhetisch, strukturell und kulturpolitisch" sei das Mülheimer Theater ein einzigartiges innovatives Modell, hieß es zur Begründung. Sein künstlerischer Leiter Roberto Ciulli verwirkliche in "außenseiterischer Kontinuität" einen kreativen Dialog der Kulturen.

Der undotierte Preis wird seit 1984 alljährlich verliehen. Mit der Auszeichnung würdigt das Internationale Theaterinstitut Persönlichkeiten des deutschsprachigen Theaters für ihre herausragende, Ländergrenzen übergreifende Arbeit. Unter den bisherigen Preisträgern waren George Tabori, Pina Bausch, Hans Werner Henze und Tankred Dorst. (APA/dpa)

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