Haupt wirft ÖGB und AK Gegenpropaganda vor

22. März 2002, 10:47
posten

Csörgits: Haupts lückenhafte Werbekampagne schuld an geringer Zahl der Ansuchen

Wien - ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits hat am Donnerstag den Vorwurf von Sozialminister Herbert Haupt zurückgewiesen, wonach die teilweise zögerliche Antragstellung beim Kindergeld auf Gegenpropaganda von ÖGB und AK zurückzuführen sei. "Haupt verwechselt offensichtlich Äpfel mit Birnen", sagte Csörgits in einer Aussendung.

Information, nicht Propaganda

"Wir haben zwar die Kindergeld-Bestimmungen kritisiert, weil das Modell die traditionelle Arbeitsteilung einzementiert anstelle die partnerschaftliche Teilung der Versorgungsarbeit zu erleichtern. Das ändert aber nichts daran, dass wir die jungen Eltern umfassend über ihre Anspruchsmöglichkeiten informieren. Denn es ist uns wichtig, dass alle, die theoretisch Anspruch auf das Kindergeld haben, die Leistung auch ausschöpfen können", betonte Csörgits.

Äußerst komplizierter Antrag sei notwenig

Die äußerst komplizierten Bestimmungen des Kinderbetreuungsgeldgesetzes selbst seien auf die geringe Anzahl der Antragstellungen zurückzuführen. Auch die millionenteure Werbekampagne des Sozialministers leiste keinen Beitrag zur Aufklärung. Darin hieße es lediglich, dass Babys nun 436 Euro im Monat bekämen. "Dass man für das Kindergeld einen Antrag stellen muss, geht aus der Informationskampagne des Sozialministers nicht hervor. Eben so wenig, dass manche junge Eltern aus Drittstaaten keinen Anspruch auf das Kindergeld haben - oder dass man den Anspruch auf Kindergeld auch verlieren kann."

Die ÖGB-Frauen informieren über all diese Punkte - in den Mitgliederzeitungen, in ihrer Beratungsarbeit und nicht zuletzt übers Internet, wo auf der Homepage nicht nur detaillierte Information zum Kindergeld, sondern auch ein eigener Online-Rechner angeboten werden.

(apa)

Share if you care.