Investkredit erwartet heuer Erholung

21. März 2002, 14:25
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Höhere Dividende trotz Kreditvorsorgen und weniger Finanzertrag

Wien - Die auf die Langfrist-Finanzierung von Unternehmen, Kommunen und Immobilien spezialisierte börsenotierte Investkredit Bank AG, Wien, geht nach einem am Kapitalmarkt und konjunkturell schwierigen Jahr 2001 für das laufende Geschäftsjahr 2002 von einer deutlichen Erholung aus. Trotz höherer Kreditobligo-Abwertungen und einem noch stärker negativen Finanzanlageergebnis bzw. einem um 14 Prozent auf 23,1 Mill. Euro gesunkenen Konzernüberschuss wird für die Aktionäre die Ausschüttung von 0,87 auf 1,00 Euro je Aktie erhöht.

Das negative Kreditrisikoergebnis verschlechterte sich um 30 Prozent auf 8,5 Mill. Euro, beim Finanzanlageergebnis verdoppelte sich das Minus auf 22,0 (11,2) Mill. Euro. Grund dafür waren nach Angaben von Generaldirektor Wilfried Stadler in beiden Fällen höhere Wertkorrekturen, wobei man bei einer konservativen Betrachtung geblieben sei und dafür keinerlei stille Reserven aufgelöst habe. Mit allein 6 Mill Euro schlug sich die Insolvenz der oberösterreichischen Steiner-Gruppe nieder, eine Swissair-Anleihe mit 8 Mill. Euro.

Geringerer Konzernüberschuss

Den Jahresüberschuss vor Steuern konnte man dennoch um 4 Prozent auf 33,8 Mill. Euro steigern, nach Steuern blieb er mit 30,2 Mill. Euro unverändert. Nach Abzug der Fremdanteile (Partner/Töchter) blieb nach dem Rekord 2000 der um 14 Prozent geringe Konzernüberschuss.

Analog zu der um 29 Prozent ausgeweiteten Bilanzsumme legte der Zinsüberschuss um 27 Prozent auf 96,9 Mill. Euro zu. Praktisch gleich blieb das Handelsergebnis mit 3,0 Mill. Euro, das Provisionsergebnis ging mit 5,0 Mill. Euro um 15 Prozent zurück. Der Verwaltungsaufwand stieg stark um 21 Prozent auf 43,9 Mill. Euro, vor allem wegen der Geschäftsausweitung im Kommunalbereich, dem erst in jüngster Zeit erfolgten Eintritt ins Marktsegment Immobilien bzw. wegen der neuen Investkredit-Auslandstandorte. Heuer soll der Aufwand stabil bleiben.

Der Return on Equity (ROE) vor Steuern konnte im Vorjahr zwar weiter von 11,8 auf 12,2 Prozent verbessert werden, blieb aber unter der Zielmarke von 13 Prozent. Ebenso sank der Gewinn je Aktie von 4,23 auf 3,65 Euro, bei der vorjährigen Bilanz-PK wurden 4,5 Euro als Ziel genannt. Geplant ist nun, wie Stadler im Bilanzpressegespräch am Donnerstag sagte, mittelfristig eine nachhaltige Anhebung der Eigenkapitalrendite in Richtung 15 Prozent. Die Cost-Income-Ratio (CIR), die 2001 bei 42 Prozent verharrte (nach noch 54 Prozent in 1999), soll binnen zwei Jahren unter 40 Prozent gebracht werden.

Gestärkte Eigenmittelposition

Die gestärkte Eigenmittelposition zeigt sich in einer von 9,9 Prozent auf 10,4 Prozent verbesserten Eigenmittelquote (tier 1+2+3) sowie einer auf 6,8 (6,4) Prozent erhöhten Kernkapitalquote (tier 1). Bei der Volumensentwicklung setzte sich der Trend zu risikoarmen Geschäften weiter fort: Während insgesamt die Bilanzsumme der Investkredit-Gruppe auf 11,21 (8,70) Mrd. Euro zulegte - davon 6 Mrd. Euro bei der Investkredit, 5 Mrd. Euro bei der Kommunalkredit -, stiegen die risikogewichteten Aktiva nur auf 5,28 (4,28) Mrd. Euro. (APA)

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