News-Gruppe kritisiert Befragungsmethode

21. März 2002, 14:32
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Man stößt sich an der Neuformulierung der Einstiegsfrage, die einen Passus zur Web-Präsenz enthält

Als "großes Reformwerk" bezeichnete Franz Ivan, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Media-Analysen die Neugestaltung der MA. Von Seiten der News-Gruppe kam dagegen kurz nach der Veröffentlichung der Daten für 2001 scharfe Kritik am neuen Fragebogen, der vor allem bei der jungen Zielgruppe "zu einer starken Verunsicherung" geführt hatte, wie es in einer Aussendung hieß.

Neuformulierung der Einstiegsfrage

Konkret stößt man sich an der Neuformulierung der Einstiegsfrage der Interviews der Meinungsforschungsinstitute. Sie lautet: "Jetzt geht es um das Lesen von Zeitungen, Zeitschriften und Illustrierten. (...) Gemeint sind ausschließlich die auf Papier gedruckten Ausgaben und nicht die Internet-Auftritte." Den Passus bezüglich der Web-Präsenz der Medien habe man neu eingeführt, um zu vermeiden, dass der Internet-Konsum der Befragten auf den Webseiten von Medien als Reichweite für das Print-Produkt gewertet werde, erklärte MA-Geschäftsführer Erwin Vaskovich.

Die News-Gruppe führt indes ins Treffen, dass durch diese Formulierung die "jungen, fast durchwegs internet-affinen Leser" nicht richtig erfasst werden könnten.

Vaskovich: "Kein Hinweis auf Effekte"

"Bisher gibt es keinen Hinweis für Effekte in dieser Richtung, wenngleich man es auch nie mit letzter Gewissheit ausschließen kann", meinte Vaskovich zur Kritik aus dem Hause News. "Wenn dieser Effekt feststellbar wäre, dann müsste es doch in erster Linie ein Medium wie den STANDARD treffen - aber das ist nicht der Fall." Die News-Gruppe hatte bereits anlässlich des MA-Halbjahresberichts 2001 diese Kritik geäußert, die Meinungsforschungsinstitute hätten dies daraufhin intensiv analysiert. Man werde die Frage aber weiter untersuchen und "versuchen, das zu verifizieren oder zu falsifizieren", so Vaskovich.

"Plausibilitätsproblem"

Ebenfalls näher betrachtet werden soll das "Plausibilitätsproblem", das sich aus Diskrepanzen zwischen den MA-Daten und jenen der Österreichischen Auflagenkontrolle (ÖAK) immer wieder ergebe, kündigte am Donnerstag Franz Ivan an. Generell ersuchte er darum, "nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen: Die ÖAK schaut in die Bücher und liefert feste, harte Zahlen. Die MA ist Ergebnis einer Meinungsumfrage mit einer gewissen Schwankungsbreite".

Im langfristigen Schnitt seien die Abweichungen aber wesentlich geringer als beim Vergleich über kürzere Zeiträume, so Ivan. Um das Problem dennoch "zumindest verständlich zu machen", sei nach der Veröffentlichung des zweiten MA-Teils im Mai eine Informationsveranstaltung zum Thema geplant, auf der auch internationale Vergleiche angestellt werden sollen. (APA)

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