Antidiskriminierung

21. März 2002, 14:14
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Workshop zur Bekämpfung rassistischer und genderbasierter Diskriminierung in Europa und den USA

Mit der Verabschiedung des Vertrags von Amsterdam verankerte die Europäische Union im Artikel 13 erstmals die Bekämpfung von Diskriminerungen "aus Gründen des Geschlechts, der Rasse, der ethnischen Herkunft, der Religion oder der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung" als wesentliche europäische Aufgabe in einem Kerndokument der Gemeinschaft.

Zuvor hatte die Europäische Union zwar eine Reihe von rechtlichen Instrumenten gegen Diskriminierung aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit entwickelt, der Schutz vor Diskriminierung aus anderen Gründen beschränkte sich jedoch – neben dem aus internationalen Rechtsnormen erspringenden Gleichbehandlungsgebot am Arbeitsplatz – auf das im Artikel 12 festgelegte Verbot der Diskriminierung aufgrund der Staatsangehörigkeit, was von den Mitgliedsstaaten sowie dem EuGH immer als Diskriminierungsverbot aufgrund der Staatsangehörigkeit zu einem Mitgliedsstaat interpretiert wurde.

Europaweiter Diskriminierungsschutz

Die beiden in der Folge erlassenen Antidiskriminierungsrichtlinien (Richtlinie 2000/78/EG, Richtlinie 2000/43/EG) müssen bis 2003 ins nationale Recht der Mitgliedsstaaten umgesetzt werden und bilden die Basis für einen europaweiten Diskriminierungsschutz, der auch in Artikel 21 der Grundrechtscharta ausformuliert wird. Beide Richtlinien sind stark von einem in der angloamerikanischen Tradition stehenden Diskriminierungsverständnis geprägt, das Diskriminierung als mittelbare oder unmittelbare Verweigerung der Gleichbehandlung beim Zugang zu Ressourcen versteht. Damit greifen die Richtlinien weit über das die österreichische Rechtsprechung beherrschende auf direkte Diskriminierung fokussierende Rechtsverständnis hinaus.

Bereits im Vertrag von Rom wurde die Gleichbehandlung von Männern und Frauen in der Europäischen Gemeinschaft festgelegt, mit der Richtlinie zur Gleichbehandlung von Frauen und Männern (Richtlinie 75/117/EG) begann die kontinuierliche Entwicklung einer europäischen Gendergleichstellungspolitik. Obwohl diese in vielen Punkten ähnliche Fragestellungen wie die Antidiskriminierungspolitik im Bereich der ethnischen/rassistischen Diskriminierung behandelt, verlaufen bis heute die Diskurse in beiden Feldern häufig parallel und ohne gegenseitige Kenntnisnahme.

Der Workshop führt ExpertInnen aus beiden Bereichen zusammen, um rechtliche Maßnahmen und Umsetzungsstrategien gegen genderbasierte und rassistsiche Diskriminierung in Europa und den USA zu vergleichen und den Dialog im Sinn eines gegenseitigen Lernens zwischen den Politikfeldern zu verbessern.

Programm

08:30 Uhr

Registrierung der TeilnehmerInnen

09:00 Uhr

Begrüssung

Elisabeth Menasse-Wiesbauer, BMBWK

Bernhard Perchinig, Europäisches Zentrum für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung

09:15 Uhr

Measures to Combat Racial Discrimination in the European Union: Article 13 and beyond Mark Bell, University Leicester

10:00 Uhr

Diskussion

10:30 Uhr

Kaffepause

11:00 Uhr

Measures to Combat Racial Discrimination in the EU: The Situation in the Member States Isabelle Chopin, Migration Policy Group Brussels

11:45 Uhr

Diskussion

12:15 Uhr

Mittagessen

13:15 Uhr

Affirmative / Positive Action für Frauen in den USA und in der Europäischen Union Anne Peters, Universität Basel

14:00 Uhr

Diskussion

14:30 Uhr

Kaffepause

15:00 Uhr

Diskussion: Maßnahmen gegen genderbasierte und rassistische Diskriminierung aus einer transsektoralen und transkontinentalen Perspektive

  • Anne Peters, University Basel

  • Mark Bell, University Leicester

  • Isabelle Chopin, MPG, Brüssel

  • Eva Böhm, Gleichbehandlungs-anwaltschaft, Wien

  • Dieter Schindlauer (ZARA) 17:00 Uhr

    Ende des Workshop

    (red)

  • 22. März 2002

    Veranstaltungsort:

    Diplomatische Akademie Wien
    Favoritenstrasse 15a
    A 1040 Wien
    Arbeitssprachen: Deutsch, Englisch

    Anmeldung

    per fon: +43 1 319 45 05 34
    per fax: +43 1 319 45 05 59
    per mail
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