Wifo-Studie: Erweiterung belastet Bauern stärker als EU-Beitritt

21. März 2002, 13:02
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Nachteile bei Rindern und Milch - Positive Signale bei Obst und Wein

Wien - Wenn auch die unmittelbaren Auswirkungen der EU-Osterweiterung auf Österreichs Bauern nicht so dramatisch ausfallen sollen, so werde längerfristig eine vergrößerte Union die heimische Landwirtschaft nachhaltiger prägen als der EU-Beitritt 1995. Mehr Nach- als Vorteile werden vor allem in den Bereichen Rinder und Milch erwartet, mit vermehrtem Angebots- und Preisdruck rechnen Experten jedoch auch im Getreidesektor sowie beim Gemüse. Eher positiv werden die Auswirkungen der EU-Erweiterung für die Obst- und Weinbauern beurteilt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), die am Donnerstag von Studienautor Matthias Schneider, Agrarminister Wilhelm Molterer sowie den Kammerpräsidenten Christoph Leitl und Rudolf Schwarzböck präsentiert wurde.

Die vom Landwirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Studie mache deutlich, dass "wir bei der Vorbereitung der Erweiterung einerseits klare Spielregeln auf europäischer Ebene einfordern müssen, andererseits aber auch in Österreich selbst die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft weiter stärken müssen," betonte Molterer.

Für ein gemeinsames "Fitness-Programm" für Wirtschaft und Landwirtschaft in den Grenzregionen zu den EU-Beitrittskandidatenländern sprachen sich Leitl und Schwarzböck aus. Die Wirtschafts- und Landwirtschaftskammern werden sich daher in allen Bundesländern verstärkt um die Zusammenarbeit auf österreichischer Seite sowie jenseits der Grenze mit Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien bemühen. (APA)

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