Studie über Tourismustrends 2002

22. März 2002, 12:17
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Mehr Sicherheit, nähere Auslandsziele und Kurzreisen sind gefragt - Aussichten für Tourismusbranche "hervorragend" - Österreich in der Spitzengruppe

Österreich Tourismusbranche ist nicht so schlecht positioniert, legt man Trendstudien, die auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin präsent wurden, zugrunde. Demnach sind die wichtigsten Trends, die die Europäische Reisekommission, die Welttourismus-Organisation und die Weltreise Beobachtungsgesellschaft für das Jahr 2002 ermittelt haben:

  • gesteigerte Sicherheitsbedenken
  • mehr Inlandsreisen
  • mehr Reisen in erprobte, nähere Auslandsziele
  • Wechsel von Flug- zu Bodentransport
  • mehr Kurz- oder Städtereisen
  • mehr Nachfrage nach authentischen Erfahrungen, einschließlich lokaler Kultur und Naturnähe

Bezogen auf Österreich und Deutschland, das den wichtigsten Markt darstellt, heißt dies, dass die Alpenrepublik als sicheres, schnell erreichbares Naherholungsziel gefragt ist. Im Vorjahr waren 46 Prozent aller Gäste in Österreich Deutsche. Aufgrund der Nachfrage, die Österreichs Aussteller bei der ITB verzeichneten, kann eine Steigerung erwartet werden.

In der Studie "Weltnachfrage 2002" heißt es, trotz der derzeitig schwierigen Lage der Tourismusbranche seien die "mittel-und längerfristigen Aussichten hervorragend". Sogar die wirtschaftliche Krise könne eine Chance darstellen: "Besonders in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten, wenn Ausgaben für andere Waren häufig sinken, ist das Bedürfnis nach Flucht aus dem Alltag umso größer."

Die Menschen würden zudem häufiger reisen und mehrere Kurzreisen im Jahr unternehmen, um den Jahresurlaub zu ergänzen. "Selbst in Märkten, in denen bereits eine stark Neigung zu Auslandsreisen besteht, wird die Gesamtnachfrage nach Auslandsreisen weiter ansteigen." Für Europa wurde nach einem sich abzeichnenden Nullwachstum 2001 für heuer ein Zuwachs von zwei Prozent für die Tourismusbranche erwartet.

Österreich ist neben Irland, den Niederlanden und der Slowakei in der Spitzengruppe, was das Wachstum der Branche 2001 betrifft. In diesen Ländern wurden Wachstumsraten von über sechs Prozent verzeichnet.

Auskunft gibt die Studie auch über das Reiseverhalten der Deutschen: 55 Prozent organisieren sich ihre Reise selbst, 44 Prozent reisen mit dem eigenen Fahrzeug an. (Der Standard, Printausgabe, Alexandra Föderl-Schmid)

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