EXAA startete Auktionshandel

21. März 2002, 12:54
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Mittelfristig ist an Grazer Strombörse Terminhandel und Einstieg ins Geschäft mit Erdgas geplant

Graz - Die Grazer Strombörse EXAA hat am Donnerstag ihren ersten Auktions-Handelstag hinter sich gebracht: Beim Marktstart waren 13 Handelsteilnehmer berechtigt, mit acht weiteren internationalen Energiehandelsunternehmen werden noch Verhandlungen geführt, bzw. fehlten noch die Bewilligungen der Wiener Börse, so die beiden EXAA-Vorstände Manfred Pinter und Ludwig Nießen. Je eine Stunde eines Tages wird als ein Stromkontingent eines EVU gehandelt, wobei sich der Preis zu den Spitzenzeiten wie Mittag immer steigere, so Börsenvorstand Manfred Pinter.

Zufriedenstellende Umsätze

Der geringste gehandelte Preis für eine Megawattstunde Strom belief sich auf 7 Euro, der Höchste lag bei 24 Euro. Am ersten Handelstag wurden 1997 Megawattstunden umgesetzt, das sind nach Nießen rund 2 Gigawattstunden. "Damit haben wir etwas mehr abgewickelt als die Leipziger Strombörse (1836 MWh) an ihrem ersten Tag, und die hat einen einen größeren Einzugsbereich. Der Strombezug diene bei den meisten Kunden wahrscheinlich zur Ergänzung und Optimierung des Angebots und der Versorgung des folgenden Tagesbedarfs, so Pinter. Zumeist handle es sich um einen nun über die Börse abgewickelten Handel mit bisherigen bilateralen Partnern, aber über die EXAA gebe es nun eine größere Transparenz. Laut Pinter wolle man den Umsatz auf jährlich 750 Gigawattstunden in den nächsten Jahren steigern bzw. 20 Prozent des bilateralen Handels in Österreich abwickeln.

Ausweitung

Beim Day-Ahead-Handel soll es nach den Worten von Pinter allerdings nicht bleiben. In einem Jahr wolle man die Möglichkeit des Starts von Termingeschäften prüfen, in nächster Zeit soll aber schon der Handel mit Kleinwasserzertifikaten möglich sein. Nach der Liberalisierung des Gasmarktes will man - gegen Ende des Jahres - mit Erdgasprodukten handeln. Logische Partner in diesem Bereich sollen die Landesgasversorgungsunternehmen sein. Die weiteren acht Interessenten für den Stromhandel kommen aus Belgien, Deutschland, der Schweiz, Italien sowie dem angloamerikanischen Raum, sagte Nießen.

Als Gesellschafter bei der EXAA fungieren die Wiener Börse AG mit 32,26 Prozent, dazu kommen der Block der Landesenergieversorger sowie anderer EVU mit 24,19 Prozent und die Beteiligung der Energie Steiermark Holding AG (Estag) für das Land mit 7,26 Prozent. Ferner gesellen sich noch die Steirische Wirtschaftsförderung (StBFG) mit 19,36 Prozent sowie das Land Steiermark selbst mit 0,81 Prozent hinzu. Weiters sind die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) mit 8,07 Prozent und die Siemens-Tochter "Smart Technologies" mit ebenfalls 8,07 Prozent als Gesellschafter eingetragen. (APA)

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