Sichtkorrektur durch Augapfelquetschen

24. März 2002, 17:00
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Ein Ring aus künstlichen Muskeln soll's möglich machen: Stauchen und Auseinanderziehen ändert den Fokus

Brillen, Kontaklinsen, Laserkorrektur - dem Arsenal gegen die Fehlsichtigkeit könnte bald eine neue Waffe hinzugefügt werden ... wenngleich keine, die besonders appetitlich klingt: Forscher der University of New Mexico rund um Mohsen Shahinpoor hoffen, Fehlsichtigkeit einmal durch eine gekonnte kleine Quetschung des Augapfels beheben zu können. Voraussetzung dafür wäre, wie der "New Scientist" berichtet, das Einsetzen eines Bands künstlicher Muskeln aus einem biokompatiblen Polymer, das an der Sklera, dem festen äußeren Teil des Augapfels, zu befestigen wäre. Elektromagnetische Impulse, die von einem hinter dem Ohr angebrachten Äquivalent eines Hörgeräts ausgehen, würden die Muskeln bewegen. Der Fokus des Auges verschiebt sich dann, je nachdem ob das Band zusammen oder auseinander gezogen wird.

Fehlsichtigkeiten ...

Licht fällt durch Cornea und Linse auf die Netzhaut. Die Cornea, die transparente Hornhaut des Auges, die sich über Pupille und Iris erstreckt, fokussiert den Blick im Groben, während die Linse die "Feinabstimmung" erledigt. Je näher ein Objekt dem Betrachter ist, desto weiter hinten im Auge wird es fokussiert.

Arbeiten Cornea und Linse nicht stark genug oder ist der Augapfel schlichtweg zu kurz, erfolgt die Fokussierung hinter der Netzhaut. - Die Folge: unscharfe Sicht bei Nähe bzw. "Weitsichtigkeit". Ist der Augapfel zu lang, wird vor der Netzhaut fokussiert. Die Folge diesmal: "Kurzsichtigkeit".

... und wie man sie ausschalten könnte

Im ersten Falle würde Shahinpoors "Smart Eye Band", das diesen März auf der Optical Technology Conference in San Diego präsentiert werden wird, den Augapfel in die Länge strecken, indem das Band zusammengezogen wird und ihn damit in der Mitte quetscht. Die Netzhaut wird so nach hinten gezogen, der Fokus passt wieder. Im zweiten Fall würde das Band zusammen mit dem Augapfel eben ein kleines bisschen auseinander gezogen werden. Die Steuerung würde willentlich erfolgen: will man ein Buch lesen, schaltet man sein "Sehgerät" mit einem leichten Antippen ein und versetzt sich damit gleichsam in den Nahsicht-Modus. Ist man fertig, stellt man es wieder ab und kann problemlos Auto fahren oder die Sterne beobachten. (red)

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