Sintflutartiger Regen in Süd- und Westdeutschland

21. März 2002, 12:21
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Zahlreiche Straßen gesperrt - Bahnstrecken in Bayern unterbrochen

München/Saarbrücken/Stuttgart - Sintflutartige Regenfälle haben auch im Süden Deutschlands zahlreiche Straßen überschwemmt. Betroffen waren Bayern, Baden-Württemberg und das Saarland. Die Wassermassen setzten am Donnerstag im Spessart die Autobahn Frankfurt-Würzburg in beiden Richtungen unter Wasser.

Von Überschwemmungen betroffen waren auch der Regierungsbezirk Oberbayern sowie die Landkreise Regensburg und Nürnberg. Dort waren am Donnerstag wichtige Verkehrswege nicht passierbar. Die Bahnstrecken München-Lindau und Ulm-Oberstdorf waren bereits am Mittwoch wegen überfluteter Dämme gesperrt worden. Züge werden hier nach Angaben der Bahn AG voraussichtlich erst am Freitag wieder verkehren können. Allerdings sei von der Hochwasserzentrale bereits eine neue Hochwasserwelle angekündigt worden.

Schifffahrt wurde eingestellt

Der Wasserstand der Saar bei Saarbrücken stieg auf das Doppelte des Normalwertes - auf knapp vier Meter - an. Die überflutete Stadtautobahn der Landeshauptstadt war bereits am Mittwochabend für den Verkehr gesperrt worden. Auch die Schifffahrt wurde eingestellt.

Die Hochwasserlage hat sich auch in Baden-Württemberg verschärft. Wie das Lagezentrum beim Stuttgarter Innenministerium berichtete, sind wegen des Dauerregens in der Nacht mehrere Flüsse über die Ufer getreten. In Heidelberg drohten in Teilen der Altstadt Überschwemmungen. Der Pegelstand des Neckars betrug am Morgen 4,97 Meter. Ab einem Pegel von fünf Meter werde es kritisch, hieß es.

Strassensperren

Der Scheitelpunkt der Flutwelle in Heidelberg erwartete die Hochwasser-Vorhersagezentrale am späten Donnerstagnachmittag. Der Rhein bei Karlsruhe-Maxau habe seinen Scheitel erreicht. Von den Erdrutschen und voll gelaufenen Kellern war vor allem Nordwürttemberg betroffen. Auch im Bereich des Regierungspräsidiums Karlsruhe kam es zu Straßensperren.

Nach Informationen des Wetterdienstes Meteomedia in Bochum ist derzeit keine Wetterbesserung in Sicht. Die Meteorologen kündigten für Freitag weitere Niederschläge an und warnten vor möglichen Erdrutschen. (APA/dpa/AP)

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