Wifo erwartet Belebung der Baukonjunktur nicht vor 2003/04

21. März 2002, 10:01
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Für heuer einprozentiger Rückgang der Bauproduktion erwartet

Wien - Die reale Bauproduktion in Österreich ist 2001 um real etwa 3 Prozent gesunken und wird auch heuer um etwa 1 Prozent rückläufig sein. Wie das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) weiter mitteilte, ist dies auf die Verzögerung von Infrastrukturprojekten der öffentlichen Hand zurück zu führen. Erst in den Jahren 2003 und 2004 könnte sich die Baukonjunktur dank verstärkter Infrastrukturinvestitionen etwas beleben und um je 1,5 Prozent anziehen, heißt es im jüngsten Wifo-Monatsbericht (März).

Die Krise der österreichischen Bauwirtschaft sei im vergangenen Jahr "stärker ausgeprägt" gewesen als jene in den westeuropäischen Ländern. Aber auch dort sei das Wachstum der Branche nach dem Boom Ende der 90er Jahre abrupt zum Stillstand gekommen, für heuer sei mit einem lediglich 0,5-prozentigen Wachstum zu rechnen. In den kommenden Jahren werde die Entwicklung des europäischen Bausektors um etwa einen Prozentpunkt jährlich hinter der Entwicklung der Gesamtwirtschaft zurück bleiben.

Bremsspuren im Osten

Bremspuren kennzeichnen den Bausektor auch in Osteuropa. In den ostmitteleuropäischen Ländern schrumpfte das reale Bauvolumen 2001 um 2 Prozent und wird nach Meinung von Wifo-Expertin Margarete Czerny 2002 nochmals um ein Prozent zurückgehen. "Erst 2003 und 2004 dürfte die Bauwirtschaft in Ost-Mitteleuropa wieder Impulse für die Gesamtwirtschaft setzen: 2003 wird mit einem Produktionswachstum von 3,9 Prozent und 2004 dank der forcierten Infrastrukturinvestitionen sogar von 7 Prozent gerechnet."

Die stärksten Rückgänge in Osteuropa hatte im vergangenen Jahr der mit Abstand größte Baumarkt - Polen - zu verzeichnen. Die polnische Produktion schrumpfte 2001 um 7,8 Prozent und wird heuer um weitere 5,5 Prozent zurückgehen. In Ungarn entwickle sich die Bauwirtschaft dagegen "derzeit sehr dynamisch, und auch in Tschechien und der Slowakei zeichnet sich ab 2002 nach einer Schwächephase eine bessere Entwicklung ab". Dies sei Resultat der wegen des EU-Beitritts forcierten Infrastrukturinvestitionen. (APA)

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