Schnee auf dem Kilimandscharo schmilzt

21. März 2002, 08:52
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Treibhausgase und Abholzungen bedrohen Wasserversorgung von einer Million Menschen

Dar es Salaam - Der Schnee auf dem Kilimandscharo befindet sich laut wissenschaftlichen Untersuchungen in höchster Gefahr. Schon in 15 bis 20 Jahren könnte der weiße Gipfel von Afrikas höchstem Berg Vergangenheit sein. Neben dem Klimawandel werden Treibhausgase und Abholzung für das Abschmelzen von Schnee und Eis verantwortlich gemacht. Das berichtete der "East African Standard" in seiner Online-Ausgabe.

Am 5.860 Meter hohen Kilimandscharo leben mehr als eine Million Menschen, deren Versorgung mit Trink- und Nutzwasser für die Landwirtschaft mit dem Zurückgehen des Gletschers in Gefahr gerät. Nach Beobachtungen des Geologen Lonnie Thompson von der Ohio State University in den USA hat sich die Schneemenge binnen der vergangenen 20 Jahre bereits um ein Drittel reduziert.

Darüber hinaus ist der Berg das Ziel von jährlich 20.000 Touristen, die den Menschen der Region zu wesentlichen Einnahmen verhelfen und einen bedeutenden Faktor für die tansanische Fremdenverkehrswirtschaft darstellen. Und die Fremden wollen den Berg nicht nur bezwingen, sondern auch den Anblick des schneebedeckten Gipfel in unmittelbarer Nähe zum Äquator genießen.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen, bei denen sich auch Greenpeace engagierte, haben lokale Umweltschützer auf den Plan gerufen, welche die Regierung drängen, etwas zu unternehmen. Diese allerdings, versuchte umgehend, die Ergebnisse der Studien zu widerlegen. So vermisst Umwelt- und Tourismusminister Zakia Meghji die Einbeziehung von Änderungen im Wettergeschehen und weitere, nicht-geologische Untersuchungen.

Prof. Ernest Njau, Meteorologe an der Universität von Dar es Salaam, führt anhand eigener Untersuchungen ins Treffen, wonach die Temperaturen analog zu früheren Veränderungen nicht auf Dauer steigen werden. Demnach nahmen der Durchschnittswert von 1850 bis 1940 um 0,45 Grad zu und sank bis 1970 um 0,9 Grad. Seither stiegen die Temperaturen durchschnittlich wieder um 0,44 Grad an.

Nach Überzeugung weiterer Experten ist der Temperaturanstieg nicht nur auf Wetteränderungen zurückzuführen, sondern auch auf Treibhausgase. Bei den Behörden wird in diesem Zusammenhang die Abholzung bzw. das Abbrennen von Wäldern zur Landgewinnung sowie Landwirtschaft und dabei speziell der Einsatz von Düngemitteln genannt. Nach Angaben des tansanischen Umwelt- und Tourismusministeriums wurden in den vergangenen sieben Jahren 17.629 Hektar Wald durch Feuer vernichtet. (APA)

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