Peru: Innenminister erwägt nach Bombenanschlag Rücktritt

22. März 2002, 11:27
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Washington ruft US-Bürger in Peru zu Wachsamkeit auf

Washington/Lima - Nach dem Autobomben-Anschlag nahe der US-Botschaft in Lima erwägt der peruanische Innenminister Fernando Rospigliosi seinen Rücktritt. Präsident Alejandro Toledo solle nach seiner Rückkehr vom UNO-Entwicklungsgipfel in Mexiko darüber entscheiden, sagte Rospigliosi am Donnerstag (Ortszeit) vor Journalisten in Lima. Er räumte ein, dass sein Ressort für Sicherheitsmängel im Zusammenhang mit dem Anschlag verantwortlich sei. Bei der Explosion einer Autobombe kurz vor dem Staatsbesuch von US-Präsident George W. Bush waren in der Nacht zum Donnerstag neun Menschen getötet und etwa dreißig weitere verletzt worden. Wegen des Anschlags hatte Toledo seinen Besuch im mexikanischen Monterrey abgebrochen.

Die USA forderten ihre Staatsbürger in Peru als Reaktion auf den Anschlag zur Vorsicht auf. US-Staatsangehörige in dem Andenstaat sollten wachsam sein, Menschenansammlungen und öffentliche Einrichtungen meiden, hieß es in einer in der Nacht zum Freitag veröffentlichten Erklärung des US-Außenministeriums. Dies gelte vor allem für Orte, die als Versammlungsstätten von US-Bürgern gälten. Die Sicherheitsvorkehrungen an der US-Botschaft in Lima wurden unterdessen verschärft, die diplomatische Vertretung sollte aber weiterhin geöffnet bleiben. Am Tag nach dem Anschlag wurden Armee und Polizei in erhöhte Bereitschaft versetzt, im historischen Zentrum Limas wurden die Sicherheitsvorkehrungen massiv verstärkt.

Keine Bekenner

Der Anschlag wurde weltweit verurteilt. Die Europäische Union nannte die Tat ein "grausames terroristisches Attentat". Dieses "blutige Verbrechen" habe darauf abgezielt, Friede und Freiheit der Demokratie in Peru zu torpedieren, hieß es in einer am Donnerstagabend in Madrid veröffentlichten Erklärung der spanischen EU-Präsidentschaft. Auf dem UNO-Entwicklungsgipfel im mexikanischen Monterrey verurteilten Staats- und Regierungschefs aus aller Welt den Anschlag.

Die Regierung in Lima vermutete einen terroristischen Hintergrund im Zusammenhang mit dem Staatsbesuch. Zu der Tat bekannte sich bis Freitagmittag jedoch niemand. Bush will dem Andenstaat trotz des Anschlags am Samstag als erster US-Präsident einen Staatsbesuch abstatten. (APA)

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