Whitewater-Affäre: Clintons konnten keine Straftaten nachgewiesen werden

21. März 2002, 13:10
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Hillary und Bill profitierten jedoch von kriminellen Machenschaften - Abschlussbericht veröffentlicht

Washington - Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton und seine Ehefrau Hillary haben in der Whitewater-Immobilienaffäre von kriminellen Machenschaften profitiert. Zu diesem Schluss kam Sonderermittler Robert Ray in seinem Abschlussbericht, der am Mittwoch in Washington veröffentlicht wurde. Es gebe jedoch keine Beweise, dass das Paar wissentlich Straftaten begangen habe, hieß es weiter.

Einige der von Bill und Hillary Rotham Clinton während der Untersuchung abgegebenen Stellungnahmen seien faktisch falsch. Es sei jedoch nicht bewiesen, dass beide gelogen hätten. Weiter gebe es Hinweise, dass Bill Clinton von finanziellen Ungereimtheiten bei seinen Geschäftspartnern in der Affäre Whitewater hätte wissen müssen. Außerdem könne nach Zeugenaussagen bezweifelt werden, dass Hillary Clinton - wie von ihr ausgesagt - nichts mit dem Verschwinden und mysteriösen Wiederauftauchen mehrerer Dokumente ihrer Anwaltskanzlei zu tun habe. Diese Dokumente belegten, dass sie für den Whitewater-Geschäftspartner James McDougal juristisch tätig war. Mit Hilfe ihrer Arbeit hatte McDougal Gesetzesverstöße bei einem Bauprojekt verschleiert.

Der Anwalt der Clintons, David Kendall, nannte den Bericht die teuerste Entlastung in der Geschichte. Die Arbeit der Sonderermittler und ihrer Mitarbeiter in der Whitewater-Affäre kostete die Steuerzahler in den vergangenen sechs Jahren rund 70 Mill. Dollar (79,3 Mill. Euro). Ray kritisierte in seinem Bericht, dass Clinton die Untersuchung immer wieder als politisch motiviert und unfair bezeichnet hatte. Solche Aussagen schwächten das Amt des Sonderermittlers, Richter und Gerichte, erklärte er. (APA/AP)

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