Skorpion-Invasion in Rio de Janeiro

20. März 2002, 21:05
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Hunderte der giftigen "Stachel-Tiere" versetzten BewohnerInnen in Panik

Rio de Janeiro - Ein massenweiser Skorpion-"Überfall" versetzt derzeit die brasilianische Industriestadt Sorocaba in Angst und Schrecken. Wie Medien am Mittwoch berichteten, wurden Hunderte der giftigen, angriffslustigen Skorpione auf und unter Betten, in Schränken und in Bädern gesehen. Die Spinnentiere hätten in Sorocaba im Bundesland Sao Paulo bereits Haustiere getötet und mindestens vier Menschen gestochen. Die Opfer seien wegen des Giftes der Tiere medizinisch behandelt worden.

BürgerInnen-Initiativen

Die BewohnerInnen der betroffenen Viertel nahe dem Stadtzentrum bildeten den Angaben zufolge BürgerInnen-Initiativen gegen die Skorpion-Invasion. Dutzende waren am Dienstag erstmals mit Stöcken bewaffnet auf die Jagd gegangen und hatten in wenigen Stunden mehr als 30 Tiere "erlegen" können. Die getöteten Skorpione wurden wie Jagd-Trophäen auf der Straße ausgestellt.

Die Stadtväter der 500.000-EinwohnerInnen-Stadt wurden von den "Bürgerwehren" aufgerufen, mehr für die Säuberung von verlassenen Grundstücken zu tun, auf denen sich die Skorpione ungehindert vermehren könnten. "Wir haben die Besitzer von Hunderten von Grundstücken unter Androhung von Geldstrafen zur Säuberung aufgefordert und in den betroffenen Vierteln Gift gegen die Kakerlaken eingesetzt, die die Hauptnahrung der Skorpione darstellen. Mehr können wir nicht machen", sagte Stadt-Sprecher Ivan Marques.

Unter den rund 1.500 verschiedenen Skorpionarten sind nach Expertenangaben weltweit weniger als 25 in der Lage, durch Stichverletzung einen Menschen tödlich zu vergiften. (APA/dpa)

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