UNO-Vertreter sehen "Wendepunkt" in Nord-Süd-Beziehungen

20. März 2002, 20:03
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Annan-Berater würdigt Entscheidung von EU und USA zur Erhöhung der Entwicklungshilfe

Monterrey - Führende Vertreter der Vereinten Nationen haben die Entscheidung der Europäischen Union und der USA zur Erhöhung ihrer staatlichen Entwicklungshilfe als Wendepunkt in den Nord-Süd- Beziehungen gewürdigt. "Wir sollten auf Monterrey als einen Wendepunkt zurückschauen, die Stimmung wandelt sich", sagte der US-Ökonom Jeffrey Sachs, Sonderberater von UNO-Generalsekretär Kofi Annan für die Millenniumsziele, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz während der UNO-Konferenz für Entwicklungsfinanzierung in der mexikanischen Stadt Monterrey.

Der Leiter des UNO-Entwicklungsprogramms UNDP, Mark Malloch Brown, sagte, dass die weltweite Entwicklungshilfe mit den jüngsten Zusagen aus Brüssel und Washington von derzeit 52 Milliarden Dollar (59 Mrd. Euro) bis 2006 um 12 Milliarden Dollar, also mehr als 20 Prozent steigen werde. Dies sei der Monterrey-Konferenz zu verdanken. Die Vereinten Nationen forderten allerdings eine Verdoppelung der Entwicklungshilfe, um die Millenniumsziele zu erreichen. Diese Ziele waren beim UNO-Gipfel im September 2000 in New York aufgestellt worden und sehen unter anderem eine Halbierung der Zahl der in extremer Armut lebenden Menschen bis 2015 vor. Sachs zeigte sich zuversichtlich, dass diese Ziele erreichbar sind.

Die UNO-Konferenz hatte am Montag begonnen und wird am Donnerstag mit einer Plenarsitzung der Staats- und Regierungschefs fortgesetzt. Das mexikanische Präsidialamt teilte am Mittwoch mit, dass Kubas Staats- und Parteichef Fidel Castro seine Teilnahme kurzfristig zugesagt habe. Am Freitag soll auch US-Präsident George W. Bush in Monterrey sprechen.(APA/dpa)

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