"News": Recherche beim Chef

21. März 2002, 14:28
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Betriebsrat: Bisher keine Information über Kündigungen - Verunsicherung über Sparpläne

Diesmal geht es in der Taborstraße nicht um die Themen, die Österreich bewegen, wie sie das News-Marketing schon mal behauptet. Wegen Verunsicherung über Sparpläne riefen Betriebsräte die Mitarbeiter der Illustrierten zusammen, erfuhr DER STANDARD aus der Redaktion.

Widersprüchliche Gerüchte

Herausgeber Wolfgang Fellner sollte noch im Laufe des Mittwoch ein Schreiben des Betriebsrats übermittelt werden, hieß es. Verlangen wollte man Einsicht in die wirtschaftlichen Daten des Magazins. Der Anlass: widersprüchliche Gerüchte darüber, ob und wie viele Jobs eingespart werden sollten. Und über telefonisch ausgesprochene Kündigungen, die mangels Vorinformation des Betriebsrates vorerst wieder zurückgenommen seien. Kolportiert wird auch Unruhe, weil zwei Mitarbeiter gegen ihren Willen hausintern zu anderen Titeln versetzt werden sollen.

Paul Stein, Betriebsratschef, erklärt auf STANDARD-Anfrage nach dem Brief: "Das werde ich Ihnen nicht auf die Nase binden." Zu Personalabbau: "Man kann der Geschäftsleitung alles mögliche nachsagen. Aber dass der Betriebsrat rechtzeitig von Kündigungen informiert wird, hat sie bisher immer eingehalten." Ihm lägen nun keine Informationen über solche vor. Im Jänner rechnete Stein mit Einsparungen um zehn Prozent.

Unerreichbar

Die Herausgeber Wolfgang Fellner und Werner Schima sowie Managerin Conny Absenger waren unerreichbar.

Kurt Falk (Ganze Woche) beschert seinem Anwalt zufolge der Verlagsgruppe in Wettbewerbsverfahren "größtenteils rechtskräftig" mehr als 7,27 Mio. Euro an Strafen (DER STANDARD berichtete bereits zum Jahreswechsel). (fid/DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 21. März 2002)

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