Stadttheater Klagenfurt präsentierte Programm 02/03

22. März 2002, 10:57
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Erstmals "Lulu", zweimal "Zauberflöte" - Pflegerl bleibt bis 2007

Klagenfurt/Wien - Dietmar Pflegerl wird seinen bis 2007 laufenden Vertrag als Intendant des Stadttheater Klagenfurt erfüllen, gab er am Donnerstag in Wien anlässlich der Präsentation des Programmes für die Saison 2002/03 bekannt.

"Korrekturen an dem Werk"

Die erste Premiere der Saison 2002/2003 gilt Peter Turrinis "Ich liebe dieses Land" (19.9.), das am Berliner Ensemble in einer Koproduktion mit Klagenfurt im vergangenen Dezember uraufgeführt wurde. "Turrini hat versprochen, gemeinsam mit dem Regisseur Philip Tiedemann Korrekturen an dem Werk vorzunehmen", so der Intendant.

Am 28.9. hat die Johann Strauß-Operette "Wiener Blut" mit einem "blutjungen Regie- und Kreativteam" (Pflegerl) Premiere - es inszeniert Dominik Wilgenbus, Udo Vollmer und Tanja Hausner zeichnen für Bühne und Kostüme verantwortlich, Chefdirigent Michael Güttler steht am Pult.

Erstmals "Lulu", zweimal "Zauberflöte"

Alban Bergs "Lulu" "wurde in Kärnten noch nie gespielt", meinte Pflegerl. Das soll sich ab 17.10. ändern: Olivier Tambosi (der direkt von einer "Jenufa" an der Metropolitan Opera nach Kärnten zurückkehrt) inszeniert, Peter Keuschnig dirigiert, Christiane Boesiger singt die Lulu.

Nach zwei Jahren Pause gibt es auch wieder eine Ballettproduktion zu sehen: Pflegerl holt ab 24.10. Jochen Ulrichs "Casanova" von Innsbruck nach Klagenfurt.

Gegen Jahresende folgt ein "Großprojekt, an dem wir uns hoffentlich nicht überheben werden": Innerhalb eines Monats verwirklichen zwei unterschiedliche Teams zwei "Zauberflöten"-Produktionen. Am 23.11. hat eine Fassung für Kinder Premiere (Regie: Irmgard Paulis, Bühne: Giovanni Carluccio, Dirigat: Henrik Nanasi), am 19.12. folgt die Erwachsenen-Version (Regie: Anouk Niklisch, Ausstattung: Roland Aeschlimann, Dirigat: Michael Güttler).

Vorschau auf 2003

Die erste Premiere des Jahres 2003 gilt Puccinis "La Boheme" in der Regie von Pflegerl. Bernd-Dieter Müller gestaltet die Bühne, Michael Güttler dirigiert. Im Mai 2003 gastiert die Inszenierung bei den Wiener Festwochen.

Als Koproduktion mit dem Wiener Metropol realisiert Michael Schottenberg (u.a. mit Maria Bill und Heribert Sasse) Jürgen Hofmanns Schauspiel "Noch ist Polen nicht verloren", das u.a. auf dem Drehbuch von Ernst Lubitschs berühmter Anti-Nazi-Satire "Sein oder Nichtsein" basiert. Die Produktion hat am 27.2.2003 in Klagenfurt Premiere und wird danach in verkleinerten Form im Metropol gespielt.

Ab 7.4.2003 zeigt Pflegerl seine Inszenierung von Ibsens "Die Wildente": "Damit ist erstmals seit 30 Jahren wieder ein Ibsen in Kärnten zu sehen. Wir glauben, es ist Zeit, etwas nachzuholen und eröffnen damit einen Ibsen-Zyklus." Nach einem großen Konzertblock, bei dem das neu formierte Kärntner Sinfonieorchester (KSO) eine konzertante Aufführung von "Aida" bringt (ab 3.4.2003), wird Donald Margulies' Theater-Erfolg "Freunde zum Essen" gezeigt. Die Produktion erarbeitet Pflegerl derzeit am Renaissance-Theater in Berlin und übersiedelt ab 15.5.2003 nach Klagenfurt.

Dank an Publikum

"Solange finanzielle Untergriffe ausbleiben und ich in Ruhe weiterarbeiten kann, gibt es keinen Grund, dieses Land zu verlassen. Mit verbalen Untergriffen werde ich schon seit zehn Jahren fertig, " sagte der seit 1992 amtierende Theaterleiter: : "Die Reaktionen des Kärntner Publikums waren so unglaublich, dass ich fast beschämt war über die Menge an Briefen, Faxen und Telefonaten, in denen ich gebeten wurde zu bleiben. Das habe ich nicht erwartet. Dass ich bleibe, bin ich diesem Publikum ganz einfach schuldig."

Rechnungsabschluss genehmigt

Der Gemeinsame Theaterausschuss hatte am Dienstag den umstrittenen Rechnungsabschluss des Stadttheaters Klagenfurt für 2000/01 einstimmig genehmigt. Allerdings wurde die Geschäftsführung des Theaters aufgefordert, binnen eines halben Jahres ein Kostensenkungsprogramm zu entwickeln. Dieses müsse Einsparungspotenziale aufzeigen und ein Controlling beinhalten. (APA)

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