Fusion HP/Compaq: Skepsis an den Börsen

22. März 2002, 17:31
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Offizielles Abstimmungsergebnis der Hauptversammlung erst in einigen Wochen

New York - Nach der Abstimmung über die Fusion von Hewlett-Packard und Compaq bei beiden Unternehmen zweifeln die Händler an der Börse in New York noch immer, ob das 20-Milliarden-Geschäft tatsächlich zustande kommt. Die Compaq-Aktionäre stimmten am Mittwoch mit einer überwältigenden Mehrheit von 9 zu 1 für die Fusion. Zuvor hatte HP-Chefin Carly Fiorina ihren Sieg in dem Übernahmestreit erklärt. Dennoch blieb der Kurs der Compaq-Aktie deutlich unter dem Wert, den er bei einer klaren Entscheidung eigentlich haben müsste.

Das Papier von HP lag am Mittwochabend zum Börsenschluss an der Wall Street bei 18,20 Dollar, 60 Cent unter dem Vortageswert. Die Compaq-Aktie sank um 32 Cent auf 10,82 Dollar. In dem vorgeschlagenen Übernahme-Vertrag wurde der Wert für eine Compaq-Aktie auf 0,6325 HP-Papiere festgelegt. Danach müsste das Compaq-Papier eigentlich um 11,50 Dollar gehandelt werden, wenn man sicher von einer Übernahme des texanischen Computerkonzerns durch HP ausgeht.

Analysten wiesen darauf hin, es sei nach wie vor nicht klar, ob Compaq tatsächlich von HP übernommen werden könne. "Der Ausgang der Abstimmung (bei HP) wird auch die kommenden Wochen noch unsicher sein", sagte Bill Shope von der ABN AMRO Bank. Das offizielle Abstimmungsergebnis wird erst in mehreren Wochen erwartet, da die HP- Aktionäre mehrfach ihre Stimmen zu der geplanten Fusion abgeben konnten. Bei der Auszählung der Voten muss zunächst geklärt werden, welche Stimmkarten von den Aktionären zuletzt abgeben wurden, da nur sie zählen.

Neudefinition

Compaq-Chef Michael Capellas sagte nach der Genehmigung der Fusion durch seine Aktionäre, dies sei der einzige Zusammenschluss in der Computerindustrie, der Sinn mache. "Dadurch wird ein Unternehmen geschaffen, das die Branche neu definieren kann."

HP hatte die mit einem Volumen von inzwischen nur noch 20 Mrd. Dollar (22,7 Mrd. Euro) größte Fusion in der Branchengeschichte im vergangenen Jahr vorgeschlagen, doch die Entscheidung war auf Grund von Einsprüchen etlicher Großaktionäre verschleppt worden.

Nach der Abstimmung der HP-Aktionäre am Dienstag in Cupertino, Kalifornien, hatte HP-Chefin Fiorina erklärt, das Vorhaben sei mit der notwendigen Mehrheit genehmigt worden. Die Fusionsgegner, darunter Walter Hewlett, der Sohn des Firmenmitbegründers William Hewlett, gaben sich allerdings nicht geschlagen und sprachen von einem knappen Ausgang. (APA/dpa)

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