Energieriese E.ON weiter auf Wachstumskurs

21. März 2002, 13:08
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Heuer weiteres Gewinnplus angestrebt

Düsseldorf - Der deutsche Energieriese E.ON will 2002 im In- und Ausland weiter wachsen und seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr erneut steigern. Ungeachtet der bestehenden Unsicherheiten über die Konjunktur werde der Jahresüberschuss deutlich über dem des Vorjahres liegen und das Betriebsergebnis zumindest besser ausfallen, teilte E.ON am Donnerstag in Düsseldorf mit. Am Mittwoch hatte E.ON für 2001 eine Steigerung des Betriebsergebnisses um 45 Prozent auf 3,6 Mrd. Euro ausgewiesen. Der Jahresüberschuss war mit 2,0 (nach 3,7) Mrd. Euro niedriger ausgefallen, weil E.ON im Vorjahr ungewöhnlich hohe Buchgewinne aus dem Verkauf von Beteiligungen erzielt hatte.

Akquisitionen

Wachsen will E.ON offenbar vor allem durch Akquisitionen. Konzernchef Ulrich Hartmann bekräftigte, mit der Übernahme des britischen Stromversorgers Powergen die Basis für "weitere Schritte in den USA" zu legen. Mit Powergen gelänge E.ON der Brückenschlag auf den größten Energiemarkt der Welt, weil das britische Unternehmen eine Tochter in den USA hat. Die Übernahme von Powergen solle im Mai abgeschlossen werden, hieß es weiter. Noch steht die Genehmigung der US-Börsenaufsicht SEC aus. Powergen ist mit einem Kaufpreis von 8,1 Mrd. Euro die größte Übernahme in der allerdings noch jungen E.ON-Geschichte. Das Unternehmen entstand erst 2000 aus der Fusion von Veba und Viag.

Ruhrgas-Übernahme: Entscheidung bis Mitte Juli

Die internationale Perspektive liegt auch der geplanten Übernahme der Essener Ruhrgas durch E.ON zu Grunde. Die Energiebranche denke und handle zunehmend global, sagte Hartmann. Er bekräftigte die Überzeugung, dass die gesamtwirtschaftlichen Vorteile Wettbewerbsbehinderungen aufwögen. E.ON hat eine Sondererlaubnis zur Ruhrgas-Übernahme beim Bundeswirtschaftsminister beantragt, nachdem das Kartellamt die Übernahme im Jänner verboten hatte. Eine Entscheidung werde bis Mitte Juli erwartet. Bisher war jedoch vom Juni die Rede gewesen, weil in diesem Monat die viermonatige Prüffrist für die so genannte Ministererlaubnis endet.

Finanzieren will E.ON sein Wachstum durch Desinvestitionen. In diesem Jahr steht Hartmann zufolge der mehrfach verschobene Verkauf der rund 65-prozentigen Beteiligung am Logistikunternehmen Stinnes an. Bisher habe E.ON rund 27 Mrd. Euro aus Desinvestitionen erlöst, sagte Hartmann weiter. Heuer werde mit Veräußerungserlösen von bis zu 5 Mrd. Euro gerechnet. Die Finanzierungskraft des Energiekonzerns hatte Hartmann zuletzt auf 45 Mrd. Euro beziffert.

Aktie leichter

Die E.ON-Aktie notierte im frühen Handel um 0,21 Prozent im Minus bei 57,97 Euro. Der Deutsche Aktienindex DAX fiel um 0,5 Prozent auf 5337 Zähler. (APA/Reuters/dpa/vwd)

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