Kieler Staatsanwaltschaft ermittelt in Korruptionsaffäre

20. März 2002, 16:29
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Räume einer Bank und zweier Immobilienfirmen durchsucht

Kiel - Die Kieler Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt offiziell in der Korruptions-Affäre um den kürzlich entlassenen schleswig-holsteinischen Expo-Beauftragten Karl Pröhl. Wie Oberstaatsanwalt Uwe Wick am Mittwoch bestätigte, durchsuchten am Mittwoch sechs Staatsanwälte und 25 Kriminalbeamte Räume der Kieler Investitionsbank, in denen der Landesbedienstete sein Büro hatte, sowie zweier Hamburger Immobilienfirmen, bei denen er als Geschäftsführer tätig war.

"Es besteht der Verdacht, dass die Berufung des Beschuldigten in den Vorstand und die Ernennung zum Geschäftsführer erfolgte, um unter Ausnutzung seiner Stellung im schleswig-holsteinischen Landesdienst Einfluss zu Gunsten der Firmen zunehmen", sagte Oberstaatsanwalt Wick. Dies gelte insbesondere im Rahmen der Anbahnung des Verkaufs der landeseigenen Immobilie "Kieler Schloss" an B&B gerRelations. Pröhl war ohne entsprechende Genehmigungen im April 2001 zum Geschäftsführer der beiden Firmen B&B gerRelations und B&B medRelations berufen worden.

Ministerpräsidentin Heide Simonis hatte in der vergangenen Woche die Entlassung Pröhls aus dem Staatsdienst bekannt gegeben und gleichzeitig den Chef der Staatskanzlei, Klaus Gärtner, auf dessen Wunsch in den Ruhestand versetzt. Gärtner übernahm damit die politische Verantwortung für das Verhalten Pröhls. Die CDU kündigte unterdessen für Mitte April die Einberufung eines Untersuchungsausschusses an, der sich außer mit der so genannten Computer-Affäre auch mit Pröhl beschäftigen soll.(APA/AP)

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