Kriegsverbrecher- prozesse auch vor Kommunalgerichten in Bosnien

20. März 2002, 16:33
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Wegen Verbrechen an Serben: Republika Srpska holt Zustimmung des Haager Tribunals ein

Belgrad/Sarajewo - Prozesse wegen Kriegsverbrechen sollen nun auch vor bosnischen Kommunalgerichten abgehalten werden. Die Voraussetzung dafür ist allerdings die Zustimmung des UNO-Kriegsverbrechertribunals. Die bosnische Serbenrepublik soll dem Haager Tribunal mehr als 50 Fälle von Kriegsverbrechen an bosnischen Serben mitgeteilt haben, meldet die jugoslawische Nachrichtenagentur Tanjug unter Berufung auf die bosnisch-serbische Tageszeitung "Nezavisne novine". Bei Zustimmung durch das Tribunal könnten die Prozesse vor Gerichten in der Republika Srpska abgehalten werden.

Dem Kreisgericht in der südostbosnischen Stadt Trebinje wurde unterdessen bereits erlaubt, ein Verfahren gegen sechs Personen einzuleiten, die der Kriegsverbrechen an serbischen Zivilisten in der Kommune von Capljina verdächtigt werden. Allerdings halten sich die Verdächtigen nicht in der Serbenrepublik auf.

Das Ermittlungs- und Dokumentationszentrum im westlichen (kroatischen) Teil von Mostar hat laut Tanjug vom Kriegsverbrechertribunal Ermittlungen gegen 179 Moslems beantragt, die Kriegsverbrechen an der kroatischen Zivilbevölkerung im Zeitraum von 1992 bis 1994 beschuldigt werden. Die Behörden des moslemisch-kroatischen Landesteils, der Föderation, erhielten von Tribunal in 298 Fällen von Kriegsverbrechen an Moslems die Zustimmung, die Prozesse vor Kommunalgerichten führen zu dürfen.(APA)

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