Die Schanigartensaison ist eröffnet

20. März 2002, 20:29
posten

Wirte fordern Schanigartenverlängerung bis Mitternacht

Wien - Wind, dicke Regentropfen und rund sieben Grad Celsius: Unter keinem guten Stern die Eröffnung der Schanigartensaison 2002. Beim Cafe Blaustern trugen Bürgermeister Michael Häupl (S), Stadträtin Renate Brauner (S) und Wirtschaftskammerpräsident Walter Nettig trotz der schlechten Wetterverhältnis in traditioneller Art und Weise den "Schani" ins Freie.

Wirte fordern Schanigartenverlängerung bis 24 Uhr

Der Fachgruppenvorsteher der Wiener Kaffeehäuser, Maximilian Platzer, wies darauf hin, dass die 2.800 Kaffeehäuser in der Bundeshauptstadt zu den wichtigsten Touristenmagneten der Stadt wären. "Kaffee trinken, plaudern und das ganze ohne Hast. Die Lokale nennt man nicht umsonst das zweite Zuhause", sagte Platzer. Häupl wurde deshalb mit Forderungen der Wirtschaft konfrontiert: Die Wiener Kaffehaus-Betreiber verlangten erneut eine Verlängerung der Sperrstunde auf 24.00 Uhr. "Der Betrieb der Vorgärten ist bisher problemlos bis 23.00 Uhr über die Bühne gegangen", meinte Nettig. Es sei im Sinne der Wirtschaft und der Kunden, wenn verlängert werde.

Öffnungszeiten hängen vom Bezirksvorsteher ab

"Zum Teil besteht ja schon die Regelung, dass bis 24.00 Uhr geöffnet ist - so gibt es das flächenddeckend im ersten Bezirk", erklärte Häupl. Der jeweilige Bezirksvorsteher müsse beurteilen, ob der betreffende Schanigarten in einer "unproblematischen Zone" sei. Es müsse aber auch ein Kompromiss mit den Anrainern gefunden werden, sagte der Bürgermeister. "Ich will nämlich nicht, dass durch den Lärm keiner mehr in der Inneren Stadt leben möchte und die Gegend zu einem toten Bezirk wird, so wie in London." Der Wunsch des Bürgermeisters ist in diesem Punkt eine einheitliche, nachvollziehbare Regelung. "Eventuell mit einer regionalen Abgrenzung", so Häupl.

"Das Kaffeehaus ist neben Heuriger und Beisl ein Bestandteil der gastronomischen Dreifaltigkeit der Stadt", erklärte das Stadtoberhaupt. Häupl selbst versuche auch, wenn es das Wetter zulässt, seine Bürotermine in den Schanigarten zu verlegen. "Solche Gespräche sind oft konstruktiver als andere", meinte der Bürgermeister.(APA)

Share if you care.