OPEC-Ölpreis steigt weiter

20. März 2002, 14:14
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EZB-Chefvolkswirt nennt jüngsten Ölpreisanstieg "besorgniserregend"

Wien - Der Ölpreis der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) hat diese Woche weiter zugelegt. Am Dienstag dieser Woche stieg der OPEC-Ölpreis auf 23,22 Dollar (26,92 Euro) je Barrel, nach 23,18 Dollar am Montag dieser Woche, wie das Sekretariat des Kartells am Mittwoch in Wien bekanntgab.

Damit hat der OPEC-Ölpreis seinen seit Ende Februar anhaltenden Steigflug unvermindert fortgesetzt. Seit dem 25. Feber, als OPEC-Öl noch 18,66 Dollar pro Fass kostete, ist der Preis Tag für Tag kontinuierlich angestiegen. Die 20-Dollar-Grenze wurde am 28. Feber mit 20,03 Dollar übersprungen, die 21-Dollar-Marke am 5. März mit 21,22 Dollar, die 22-Dollar-Grenze am 11. März mit 22,44 Dollar.

Issing: "Anstieg ist nicht nichts"

Damit stieg der Ölpreis des Kartells wieder in das von der OPEC gewünschte 22/28-Dollar-Preisband. Vergangene Woche kostete OPEC-Öl im Schnitt 22,34 Dollar, um 1,32 Dollar mehr als in der Woche davor.

Bei ihrer Konferenz in Wien hatte die OPEC am vergangenen Freitag die seit Anfang 2001 gültige Beschränkung der Ölexporte zumindest bis Ende Juni auf 21,7 Mill. Barrel täglich (bpd) beizubehalten. Russland hatte am Freitag seine Öl-Exportkürzung auch für das 2. Quartal prolongiert, erklärte aber am Mittwoch, die Regierung und die Ölunternehmen würden bei einer Stabilisierung des Ölmarktes und einem dauerhaften Aufwärtstrend der Preise noch im 2. Quartal prüfen, ob eine Begrenzung der Ölexporte weiterhin sinnvoll sei.

Besorgt über den Rohölpreis-Anstieg hatte sich am Mittwoch, EZB-Chefvolkswirt Othmar Issing geäußert. Der jüngste Ölpreisanstieg um 20 Prozent sei "nicht nichts", urteilte er bei einer Anhörung vor dem Europäischen Parlament: "Die Auswirkungen sind in einem gewissen Maße besorgniserregend." Die Risiken des Ölpreisanstiegs auf die Inflation bezeichnete er zum jetzigen Zeitpunkt aber als "begrenzt". (APA)

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