Wird Wien Kulturwüste?

20. März 2002, 14:16
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Mailath-Pokorny warnt: Die Kürzungen des Bundes trocknen das Wiener Kulturangebot aus

Wien - "Die Austrocknung der Wiener Kultur wird zu einer ernsten Gefahr", warnte Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny am Mittwoch in der Sitzung des Wiener Gemeinderates in Zusammenhang mit den Kürzungen des Bundes.

Reduktionen über dem Bundesschnitt

Ausgehend von der Tatsache, so Mailath-Pokorny, dass das Bundeskanzleramt 50,2 Prozent von einem Gesamtkulturbudget von 80 Millionen Euro für das Wiener Kulturleben zur Verfügung stellt und seit dem Jahr 2000 die Kunstfördermittel im Schnitt um 11,8 Prozent gekürzt habe, ergebe das in den Jahren 2000 bis 2002 eine Gesamtsumme von 14,205.998,42 Euro, um die sich die Bundesförderung für ausschließlich Wiener Kunst- und Kulturinstitutionen reduziert habe.

Auch Bundesinstitutionen in Wien werden gekürzt

Verschärft würde diese Situation dadurch, dass der Bund auch bei Bundesinstitutionen in Wien kürze, dass der Bund das "Subsidiaritätsprinzip" noch strenger auslege als bisher und die Rahmenbedingungen für die Kulturschaffenden insgesamt schwieriger geworden seien.

Status "zweitlebenswerteste Stadt der Welt" könnte verloren gehen

Mailath: "Dies führt zu einer Verringerung des Kulturangebots, zum Verlust von Arbeitsplätzen und schließlich läuft Wien Gefahr, seinen Platz im Weltranking als zweitlebenswerteste Stadt zu verlieren."

Appell an alle Fraktionen

Mailath erinnerte an eine kürzlich verfasste Petition der Theaterdirektoren Wiens an Staatssekretär Franz Morak mit der Forderung, der Bund möge seine Kürzungen zurücknehmen. Abschließend appellierte Mailath-Pokorny an die Abgeordneten aller Fraktionen in Wien, sich für eine Rücknahme der Kürzungen des Bundes einzusetzen. (APA)

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