Schwedische Genua-Gipfel-Aktivisten müssen vor italienisches Gericht

20. März 2002, 14:02
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Gegenstand der Anklage noch unbekannt

Stockholm/Genua - Zwei schwedische Globalisierungsgegner sind im Zusammenhang mit den Ausschreitungen beim G-8-Gipfel in Genua im vergangenen Jahr zu Gerichtsverhandlungen nach Italien geladen worden. Der Gegenstand der Anklage sei noch nicht bekannt, berichtete die schwedische Tageszeitung "Dagens Nyheter" in ihrer Online-Ausgabe vom Mittwoch. Insgesamt waren in Genua sieben schwedische Staatsbürger verhaftet worden, einer davon zusammen mit 16 Österreichern.

Die zwei schwedischen Aktivisten waren während der Demonstrationen im Juli 2001 in Genua unter anderem wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt verhaftet und einige Tage später wieder freigelassen worden. Aus dem schwedischen Außenministerium hieß es, dass die Gerichtsverhandlung am 9. Mai in Genua statt finden werde. Der Gegenstand der Anklage sei bisher jedoch nicht bekannt. Die schwedische Botschaft in Rom sei angewiesen worden, die Angelegenheit näher zu untersuchen, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums der APA.

Erst kürzlich hatte der Kassationsgerichtshof in Rom dem Einspruch der Genueser Staatsanwälte statt gegeben, die die Enthaftung von 16 Österreicher, Mitglieder der Gruppe VolxTheater-Karawane", nach drei Wochen Haft im August 2001 bekämpft hatte. Das Gericht in Genua muss nun den Enthaftungsbeschluss angesichts des Urteils der Kassationsrichter neu überprüfen. Der Termin für die Überprüfungsverhandlung sei derzeit noch nicht bekannt, erklärte telefonisch einer der Rechtsanwälte der "Volxtheater-Karawane" der APA.(APA)

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