Weltwassermarkt ist nicht flüssig

20. März 2002, 13:21
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Investitionsbedarf in Österreich bis 2012 bei elf Milliarden Euro - Banken für Finanzierung von Wasserprojekten gefordert

Wien - Die Wasserver- und Abwasserentsorgung hat weltweit einen Investitionsbedarf von 180 Mrd. Dollar (205 Mrd. Euro), in Österreich müssten bis 2012 noch weitere 11 Mrd. Euro in sauberes Grund- und Trinkwasser investiert werden, in Osteuropa werde der Investitionsbedarf auf 200 Mrd. Euro geschätzt. Gefordert seien in erster Linie Banken, die gemeinsam mit öffentlichen Anbietern und der Industrie Projekte zur optimalen Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser im ökonomischen und ökologischen Sinn gewährleisten, sagten Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer und der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Lorenz Fritz, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz anlässlich des bevorstehenden Weltwassertages.

"Weltweit sind wir mit einer dramatischen Wasserkrise konfrontiert", sagte Molterer. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben noch immer etwa die Hälfte der Menschen mit Trinkwasserproblemen zu kämpfen. Weltweit habe rund 1 Milliarde Menschen keinen gesicherten Zugang zu Trinkwasser. Vor diesem Hintergrund sei es umso wichtiger, dass Österreich seinen Wissensschatz im Bereich Wasser stärker als bisher weltweit verfügbar mache, betonte Fritz.

Einsparpotenzial

Dabei werde es notwendig sein, dass sich öffentliche Anbieter wie Kommunen oder Stadtwerke mit der privaten Industrie zusammen schließen, wie dies etwa die Salzburger Stadtwerke mit der BWT gemacht hätten. Molterer geht in der heimischen Wasserwirtschaft von einem Einsparungspotenzial von bis zu 20 Prozent der Betriebskosten aus, Fritz schätzt die Einsparmöglichkeiten sogar noch höher ein.

Zur Finanzierung der "Wasserprojekte" in In- wie im Ausland müsste es jedoch zunehmend gelingen, auch Banken mit ins Boot zu bekommen, waren sich Molterer und Fritz einig. Vor allem in der Planungsfinanzierung im außerwettbewerblichen Bereich habe Österreich noch großen Nachholbedarf. Sollte es nicht gelingen, heimische Banken für die Finanzierung zu gewinnen, werde man sich an internationale Institute wenden, so Fritz.

Diese Forcierung des Exportes von Know-how im Wasserbereich, aber auch die Effizienzsteigerung in der Siedlungswasserwirtschaft hätten nichts mit einem Verkauf heimischen Wassers oder der Privatisierung der Wasserver- und Abwasserentsorgung zu tun, betonte Molterer und bekräftigte erneut eine "Rot-Weiß-Rote Strategie" für Österreichs Siedlungswasserwirtschaft.

Der Tag des Wassers wird jedes Jahr am 22. März auf Basis einer UNO-Resolution gefeiert, mit dem Ziel, die Bevölkerung für das Thema Wasser zu sensibilisieren. Das Motto des Weltwassertages 2002 lautet "Water for development". Nach UN-Prognosen werden 2025 zwei von drei Menschen von chronischem Wassermangel betroffen sein. (APA)

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