Morpheus bricht "No Spyware"-Versprechen

22. März 2002, 12:41
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Die Tauschbörse manipuliert auch den Microsoft Internet Explorer

StreamCast, Vertreiber der File-Swapping-Software Morpheus und Betreiber des Musikportals MusicCity , installiert gemeinsam mit der Morpheus-Software auch ein Marketingprogramm, das Informationen über die Surfgewohnheiten der User sammelt. Diese Nachricht sorgte bei Morpheus-Usern in zahlreichen Newsgroups für Verärgerung, berichtet das Technologie-Newsportal Newsbytes und CNet.

Falsche Verprechungen

StreamCast hatte beim Start der neuen Software versprochen keine Spyware zu verwenden, um sich von anderen Programmen abzugrenzen. Dies wird auf der Morpheus-Homepage mit einem deutlich sichtbaren Zeichen mit den Worten "No Spyware" unterstrichen.

"Editor's Note"

Auf der Download-Seite von CNet findet man allerdings eine eine "Editor's Note". Dies besagt, dass die Software nicht nur Banner einblendet, sondern auch das Anwenderverhalten beobachtet und diese Daten mit Dritten teilt. Wer mehr wissen will, wird auf die Privacy Policy des Morpheus-Partners Wurld Media verwiesen.

Keine persönlchen Daten?

StreamCast-CEO Steve Griffin versicherte, dass das verwendete Marketingprogramm keine persönlichen Daten der User sammelt. "Bevor ich eine Kooperation mit einem Unternehmen eingehe, stelle ich sicher, dass keine persönlichen Daten gesammelt werden", so Griffin. Das von StreamCast benutzte Programm wurde von Wurld Media entwickelt. Es handelt sich um ein von Microsoft entwickeltes, so genanntes Browser Helper Object (BHO), das sich selbstständig zum Microsoft Internet Explorer (IE) hinzufügt. Mit Hilfe des Browser-Add-Ons wird gezählt, wie oft Morpheus-User bestimmte Seiten (u.a. Radioshack.com, Ebay.com, Amazon.com, Toysrus.com) besuchen. Das Programm arbeitet unsichtbar für den User, hat aber zur Folge, dass der Browser nach der Eingabe bekannter Adressen (z.B. Amazon.com) den User an eine andere als die gewünschte Seite dirigiert – nämlich Partner-Seiten von Wurld Media.

Kann auch abgeschaltet werden

BHOs sind relativ verbreitet (z.B. Yahoo und RealNetworks verwenden sie auch). Laut der Microsoft-Support-Site können sie beim IE ausgeschaltet werden. Dazu ist es notwendig, im Tool-Menü Extras unter Internetoptionen im Bereich "Erweitert" die Box "Browsererweiterungen von Drittanbietern aktivieren" zu deaktivieren. Nach einem Neustart sind die BHOs inaktiv. Wer aber die Spyware loswerden will, sollte am Besten das Programm Ad-Aware verwenden. Auch ein Programm bereitgestellt von divideBYzero sollte das Problem lösen.

Schnelle Verbreitung

Die neue, Gnutella-basierte Morpheus-Technologie ist die quantitativ am schnellsten verbreitete Software aller Zeiten. Seit dem Launch Anfang März wurden laut Download.com des Newsportals Cnet bereits knapp 30 Mio. Kopien geladen. Neuigkeiten gibt es auch bei den Internet-Adressen von StreamCast. Die alte Morpheus-Site MusicCity.com gibt sich jetzt als Independent-Musikportal, während die Morpheus-Homepage nun unter www.morpheus-os.com zu finden ist. (pte/red)

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