Machtprobe zwischen Mobilcom und France Telecom eskaliert

21. März 2002, 15:08
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Hamburg/Paris - Der Machtpoker zwischen Mobilcom-Chef Gerhard Schmid und France Telecom um die Zukunft des Mobilfunkunternehmens spitzt sich zu: Schmid kündigte am Donnerstag an, er wolle eine Entscheidung erzwingen. Entweder stellten die Franzosen die erforderlichen 1,3 Mrd. Euro für den Ausbau des deutschen UMTS-Netzes bereit, oder die France Telecom müsse Mobilcom ganz übernehmen. "Es gibt nur Schwarz oder Weiß", sagte Schmid in Hamburg auf der Bilanzpressekonferenz.

Dagegen betonte der Vorstandsvorsitzende des französischen Konzerns, Michel Bon, Schmid könne seine Verkaufsoption nur dann ausüben, wenn klar sei, dass er nicht gegen die Verträge verstoßen habe. Ob dies so sei, werde ein derzeit laufendes Prüfverfahren klären. Wenn France Telecom Schmid auszahlen und für die Schulden von Mobilcom aufkommen müsste, würde das sein Unternehmen noch einmal sechs bis sieben Mrd. Euro kosten, sagte Bon auf der Bilanzpressekonferenz

France Telecom investierte vier Mrd. Euro bei MobilCom sowie acht Mrd. Euro bei NTL, beide Investitionen wurden von der Geschäftsführung jedoch als "enttäuschende Erwerbungen" bezeichnet. Eine Kapitalerhöhung zum Abbau des riesigen Schuldenberges wird derzeit ausgeschlossen. (APA/AFP)

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