Neues Flüchtlingsdrama nach Regierungsoffensive in Nordliberia

20. März 2002, 10:15
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Zehntausende durch heftige Kämpfe vertrieben

Nairobi - Im Nordwesten Liberias spitzt sich nach Angaben der Regierung in der Hauptstadt Monrovia ein neues Flüchtlingsdrama zu. Wie Gesundheitsminister Peter Coleman am Dienstagabend im lokalen Rundfunk erklärte, seien nach heftigen Kämpfen in der Region Gbarpolu Zehntausende Menschen auf der Flucht. Unter den Flüchtlingen, die sich zum Teil wochenlang ausschließlich von Früchten ernährt hätten, breite sich Diarrhöe aus. Coleman appellierte an die internationale Gemeinschaft, den Not leidenden Menschen zu helfen.

Sie seien teilweise von Milizkämpfern der Guerillaorganisation "Vereintes Liberia für Aussöhnung und Demokratie" (LURD) als Geiseln gehalten worden. Nach einer Offensive der Regierungsarmee flüchteten die Menschen nun scharenweise aus den Wäldern. Ihre Lage ist "ernster als die, die wir in den Flüchtlingslagern um Monrovia sehen", sagte Coleman.

Tausende Flüchtlinge suchten unterdessen Schutz in der Hauptstadt Monrovia und Umgebung. Seit der Bürgerkrieg in dem westafrikanischen Land vor gut einem Jahr wieder aufgeflammt ist, sind rund 60.000 Zivilisten aus der umkämpften Region im Norden in sicherere Gebiete des Landes oder in die Nachbarländer Guinea und Sierra Leone geflüchtet. In dem seit drei Jahren währenden Konflikt versuchen abtrünnige Milizkämpfer die Regierung von Präsident Charles Taylor zu stürzen. (APA/dpa)

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