Britischer Musikkonzern EMI streicht 1.800 Stellen

20. März 2002, 11:49
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US-Verkaufszahlen der Sparte Recorded Music stark zurückgegangen

London - Der britische Musikkonzern EMI streicht 1800 Stellen. Wie das Unternehmen am Mittwoch in London mitteilte, sollen die Arbeitsplätze bis September wegfallen. Damit würden Kosten in Höhe von 98,5 Mill. Pfund (159,4 Mill. Euro) gespart. Betroffen ist die Sparte Recorded Music, also der Verkauf und Vertrieb von CDs, Schallplatten und Kassetten. Dort sind derzeit 9000 Menschen beschäftigt.

EMI ist der drittgrößte Musikkonzern der Welt mit einem Marktanteil von 12,5 Prozent. Das Unternehmen musste in den vergangenen sechs Monaten zwei Mal Gewinnwarnungen herausgeben. Grund waren enttäuschende Verkaufszahlen, vor allem in den USA. EMI wollte eigentlich im vergangenen Jahr mit der Musiksparte des deutschen Bertelsmann-Konzerns fusionieren. Das Vorhaben scheiterte am Widerstand der Wettbewerbsbehörden in Europa und den USA.

Zusätzlich belastet wurde EMI zuletzt durch die Trennung mit der US-Popsängerin Mariah Carey, deren Vertrag nach mehreren Zusammenbrüchen und dem Flop ihres letzten Albums "Glitter" vorzeitig aufgelöst wurde. Carey wurde dabei eine Abfindung von 28 Mill. Dollar (31,7 Mill. Euro) zugesprochen. Erst im vergangenen Jahr war die Künstlerin für rund hundert Mill. Dollar von Sony zu der EMI-Tochterfirma Virgin Records gewechselt. Laut Vertrag sollte sie eigentlich fünf Alben für EMI produzieren. (APA)

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