UNO ordnet sofortigen Rückzug der Rebellen aus Stadt in Kongo an

20. März 2002, 06:34
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Eroberung Moliras für Sicherheitsrat "grober Verstoß gegen das Waffenstillstandsabkommen von Lusaka"

New York - Der Weltsicherheitsrat in New York hat die von Ruanda unterstützte Rebellenorganisation RCD zum sofortigen und bedingungslosen Rückzug aus der Stadt Molira im Südosten Kongos aufgefordert. In einer einstimmig verabschiedeten Resolution nannte das höchste UN-Gremium die Eroberung der strategisch wichtigen Hafenstadt in der vergangenen Woche einen "grober Verstoß gegen das Waffenstillstandsabkommen von Lusaka".

"Keinem Unterzeichner des Lusaka-Abkommen ist es erlaubt, sich militärisch Vorteile zu erkämpfen, während der Friedensprozess anhält und eine (UN-)Friedensmission vor Ort im Einsatz ist", heißt es in dem von Frankreich eingebrachten Text. Die Führung der Kongo-Mission MONUC weist der Sicherheitsrat in seiner Resolution an, so schnell wie möglich Blauhelm-Soldaten nach Molira sowie in die ebenfalls von RCD-Rebellen eingenommene Stadt Pweto zu entsenden.

Das am Südende des Tanganjika-Sees gelegene Molira war in der vergangenen Woche nach heftigen Kämpfen eingenommen worden. Paris hatte daraufhin im Sicherheitsrat Alarm geschlagen und der Regierung Ruandas vorgeworfen, die kongolesische Rebellenorganisation RCD mit rund 10.000 regulären Soldaten unterstützt zu haben. Die Eroberer erklärten später, sie seien bereit zur Übergabe des Ortes an die UN. In der Resolution heißt es nur, Moliro müsse entmilitarisiert werden.

Der Kongo-Krieg war im Sommer 1998 erneut ausgebrochen, als verschiedene Rebellengruppen sowie Soldaten Ruandas und Ugandas in Richtung der Hauptstadt Kinshasa marschierten. Die Regierung erhielt damals militärische Unterstützung Simbabwes, Namibias und Angolas. Immer noch sind weite Teile des Osten und Nordostens Kongos in der Hand Ruandas sowie Ugandas. Ein 1999 vereinbarter Waffenstillstand wird immer wieder gebrochen. (APA)

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