Prozess gegen Suharto-Sohn vertagt

20. März 2002, 09:49
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"Tommy" soll Richtermord veranlasst haben - Bei Schuldspruch droht Todesstrafe

Jakarta - Der Mordprozess gegen den Sohn des indonesischen Ex-Diktators Suharto ist am Mittwoch nach rund zweieinhalbstündiger Verhandlung auf den 27. März vertagt worden. Hutomo "Tommy" Mandala Putra ist wegen Mordes sowie illegalen Waffenbesitzes und Strafumgehung angeklagt. Im Höchstfall droht ihm die Todesstrafe. Der Prozess, der drei bis vier Monate dauern soll, hatte am Mittwoch unter starken Sicherheitsvorkehrungen in Jakarta begonnen. Etwa 400 Polizisten waren aufgeboten worden.

Nach Ansicht der Anklage steckt "Tommy" hinter dem Mord an Richter Syafinddin Kortasasmita. Dieser hatte ihn im Jahr 2000 wegen Betruges und Waffenbesitzes zu 18 Monaten Haft verurteilt. Der Jurist war von Unbekannten in Jakarta erschossen worden. Der Suharto-Sohn war Ende November vergangenen Jahres festgenommen worden, nachdem er mehr als ein Jahr lang untergetaucht war, um einer Haftstrafe wegen eines betrügerischen Grundstücksgeschäfts zu entgehen. "Tommy" steht außerdem im Verdacht, hinter einer Serie von Bombenanschlägen in der Hauptstadt zu stecken.

Tommy ist das erste der sechs Suharto-Kinder, das verurteilt wurde. Der Korruptionsprozess gegen seinen 80-jährigen Vater wurde im Vorjahr wegen Verhandlungsunfähigkeit eingestellt. Die Regierung verhängte ein Ausreiseverbot gegen Suharto, dessen Clan während der 32-jährigen Herrschaft des Diktators (1966-1998) etwa 45 Milliarden US-Dollar abgezweigt haben soll. (APA/Reuters)

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