Schluss mit dem Kultur-Kahlschlag

19. März 2002, 23:18
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Berlin - Trotz finanzieller Misere wird es keine weiteren Schließungen von Opern, Theatern und Museen geben

Berlin - Trotz der katastrophalen Finanzlage Berlins wird es in der Hauptstadt keine weiteren Schließungen von Opern, Theatern und Museen geben. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) versicherte am Dienstag: "Es wird keinen Kahlschlag in der Kultur geben." Die großen Häuser müssten keine Etatsenkungen befürchten, der Mehrbedarf könne in Zukunft allerdings nicht finanziert werden. "Wir suchen nach Lösungen, um die großen Häuser fit zu machen."

Bund muss große Museen übernehmen

Berlin wird außerdem seinen jährlichen Anteil an den Investitionen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz von rund 31 Millionen Euro von 2003 an nicht länger tragen, teilte Kultursenator Thoams Flierl (PDS) mit. Das Land Berlin und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz finanzieren zurzeit unter anderem den Ausbau der Museumsinsel. Berlin wolle damit deutlich machen, dass künftig der Bund die großen Museen übernehmen werde, sagte Wowereit. Berlin verlasse sich dabei auf Signale in der Vergangenheit.

Kürzungen der Subventionen

Gleichzeitig sollen die Ballett-Ensemble der Staatsoper und der Deutschen Oper zusammengelegt werden. Dadurch soll eine Million Euro jährlich eingespart werden. Außerdem werden im Doppelhaushalt 2002/2003 die Zuschüsse für zahlreiche Kultureinrichtungen zurückgefahren. Gesenkt werden unter anderem die Zuschüsse für den Friedrichstadtpalast, das Ausstellungszentrum Kunstwerke und das Künstlerhaus Bethanien. Außerdem müssen das Literarische Colloquium und das Literaturhaus Fasanenstraße künftig ihre Verwaltungen zusammenlegen. Bereits beschlossen war die Streichung der Subventionen für das Schlosspark-Theater und das Volkstheater Hansa.

Auch in Zukunft keine Studiengebühren in der deutschen Bundeshauptstadt

Im Bereich Bildung und Wissenschaft kündigte Flierl an, dass in Berlin auch in Zukunft keine Studiengebühren erhoben werden. Die Hochschulverträge gelten fort und werden wie vereinbart im Doppelhaushalt finanziert. Damit Berlin als Universitätsstadt attraktiv bleibt, soll als einmaliger Anreiz auswärtigen Studenten ein Semesterticket angeboten werden, wenn sie ihren Hauptwohnsitz nach Berlin verlegen. Der Doppelhaushalt sieht ferner den Zuwendungsstopp für die Institute für Ökologische Wirtschaftsforschung sowie für die befristeten Arbeitsgruppen der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften vor. (APA/dpa)

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