Gusenbauer bietet der Regierung Verhandlungen an

19. März 2002, 21:48
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SP-Vorsitzender vermisst Qualifikationsoffensiven für Ältere

Wien - Der Vorsitzende der SPÖ, Alfred Gusenbauer, hat der Regierung und den Interessensvertretern angeboten, eine "zukunftsorientierte Pensionspolitik" auf Basis des Weißbuches der SPÖ-Frauen aus dem Jahr 1997 zu diskutieren. Kernpunkt dieser Überlegungen war seinerzeit die eigenständige Alterssicherung für Frauen. Kritik übte Gusenbauer an seiner Meinung nach fehlenden Qualifikationsoffensiven für ältere Arbeitnehmer.

Für die Frauenvorsitzende der SPÖ, Barbara Prammer, ist das Faktum, dass Frauen dem Gesetz nach fünf Jahre früher in Pension gehen als Männer, ein Pfand für fehlende Gleichberechtigung. Ähnlich sieht es Gusenbauer: Gleichzeitig mit der Diskussion über das SPÖ-Pensions-Modell müssten die Ungerechtigkeiten für Frauen beseitigt werden, sagte er im Fernseh-"Report" am Dienstag.

Die SPÖ, so Gusenbauer, verschließe sich keiner vernünftigen Pensionsdebatte, aber "dieser Regierung kann man in dieser Frage nicht vertrauen" - einerseits würden Beamte im Alter von 55 Jahren nach Hause geschickt, auf der anderen Seite werde über eine Erhöhung des Pensionsantrittsalters diskutiert. "Wenn man den politischen Willen hat, wirklich etwas zu erreichen", könnte das auf Basis von Prammers seinerzeitigem Weißbuch geschehen, appellierte Gusenbauer. (APA)

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