US-Bischof zögert vor Priesterinnenweihe

20. März 2002, 10:30
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Hickmann befürchtet, mit Priesterinnenweihe einen massiven Kirchenkonflikt auszulösen

Wien - Der US-Bischof Peter Hickman hat erstmals Bedenken vor der angekündigten Priesterweihe von rund 30 Frauen aus Österreich und Deutschland geäußert. Dem "Neuen Volksblatt" (Mittwoch-Ausgabe) sagte der aus Kalifornien stammende Bischof, er mache sich Sorgen, weil die umstrittene Frauen-Priesterweihe einen gröberen Kirchenkonflikt auslösen könnte. "Ich habe die Entscheidung noch nicht getroffen."

Hickman, der sich selbst als "altkatholisch" bezeichnet, aber von den altkatholischen Kirchen nicht anerkannt wird, wollte in diesem Frühjahr nach Österreich reisen, um die umstrittene Priesterweihe von rund dreißig katholischen Frauen aus Deutschland und Österreich vorzubereiten. Die "Weihe" sollte im Juni stattfinden. Hickman hat in seiner altkatholischen Saint-Matthew-Gemeinde in Orange (Kalifornien) schon zwei Frauen zu römisch-katholischen Priestern geweiht.

Hickmann sei rechtmäßiger Alt-Katholik

Frauen von der Priesterweihe auszuschließen sei "ungerecht und unmoralisch", sagte Hickman dem "Neuen Volksblatt". Dass er seine Bischofsweihe selbst nicht rechtmäßig empfangen hat und er keine "apostolische Sukzession" nachweisen kann, wie die altkatholischen Kirchen in Österreich und Deutschland sagen, bestreitet der 46-Jährige: Er verweist auf seine bischöfliche "Ahnenreihe", die bis ins 17. Jahrhundert auf den römisch-katholischen Erzbischof von Reims, Kardinal Antonio Barberini, zurückreiche.

Bischof will Ausbildung der Anwärterinnen prüfen

Hickman will dem Bericht zufolge klären, ob die Kandidatinnen überhaupt eine angemessene Ausbildung haben. Er erwartet einen theologischen Abschluss, womit nach Angaben der Zeitung zumindest ein Teil der Frauen ausscheidet. "Ich habe bei meinen Überlegungen sicher die möglichen negativen Effekte auf die Beziehungen zwischen der altkatholischen und der römisch-katholischen Kirche in Betracht zu ziehen", sagte Hickman ferner dem Blatt. Er wolle auch mit österreichischen Bischöfen über das Problem sprechen.

Der St. Pöltener Bischof Kurt Krenn hält nach Angaben der Zeitung davon wenig: "Alle Ehre seinen guten Absichten, aber ich werde mit ihm nicht sprechen, weil es darüber nichts zu besprechen gibt." Zu einem Gespräch mit den "Priesterkandidatinnen" sei Krenn dagegen sehr wohl bereit, "sofern sie sich noch zur katholischen Kirche bekennen". (APA)

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