France 2 weist Manipulationsvorwürfe zurück

19. März 2002, 19:44
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ARD-Dokumentation: Vollständigkeit der Aufnahmen über Tod von eines Palästinenserbuben angezweifelt

Der französische Fernsehsender France 2 hat am Dienstag eine ARD-Dokumentation über den Tod des zwölfjährigen Palästinenserjungen Mohammed el Durra scharf kritisiert. In dem Beitrag "Das rote Quadrat", den die ARD am Montagabend ausstrahlte, hatte die Journalistin Esther Shapira unter anderem angezweifelt, dass France 2, dessen palästinensischer Kameramann als Einziger den Tod des Buben in den ersten Tagen des Palästinenseraufstandes gefilmt hatte, wirklich alles verfügbare Material bereit gestellt habe. Dies sei eine "Unterstellung", hieß es von France 2.

Shapiras Dokumentation kommt zum Schluss, dass der kleine Mohammed inmitten eines heftigen Schusswechsels möglicherweise von bewaffneten Palästinensern und nicht von israelischen Soldaten getötet wurde. Die Bilder von Mohammed el Durras Tod am 30. September 2000 waren von Fernsehsendern in aller Welt ausgestrahlt worden und machten den Jungen in den Augen von Millionen Moslems zum "Märtyrer" im Kampf gegen Israel.

Studioleiter von France 2 zeigte sich überrascht

Charles Enderlin, Studioleiter von France 2 in Jerusalem, zeigte sich am Dienstag "äußerst überrascht" vom Beitrag Shapiras. Er habe der Journalistin genau erklärt, was auf dem von ihm zur Verfügung gestellten Videomaterial zu sehen sei. "Jeder Techniker oder Video-Cutter kann bestätigen, dass dieses Material weder geschnitten noch sonstwie manipuliert wurde", kritisierte Enderlin.

In der ARD-Dokumentation sagte der palästinensische Kameramann, er habe sechs Minuten Filmmaterial an France 2 überspielt. Der Sender will aber nur eine Sequenz von knapp einer Minute erhalten haben. (APA/dpa)

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