Sparmeister rettete die Ryanair

19. März 2002, 19:02
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Michael O´Leary verpasste dem irischen Billigflieger eine radikale Diät

Der reichste Junggeselle Irlands, Ryanair-Chef Michael O'Leary hat seine Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer abgebrochen und danach als Steuerberater bei KPMG gearbeitet. Dort traf er auf Tony Ryan, der die Ryanair 1985 gründete und dessen Familie 13 Prozent der Aktien besitzt. Damals schrieb Ryanair Verluste, und O'Leary gab Ryan den Rat, die Fluglinie zu liquidieren. Ryan wollte das nicht und überredete O'Leary, die Airline zu leiten.

O'Leary (er hält heute 8,6 Prozent der Aktien) studierte den Billigpionier Southwest. Mit niedrigen Preisen, wenig Beinfreiheit und Selbstverpflegung an Bord hatte Southwest 1971 den Flugbetrieb zwischen Houston und Dallas aufgenommen. O'Leary ließ sich nach Dallas einladen und analysierte das System. Zurückgekehrt setzte der notorische Sparmeister O'Leary Ryanair auf radikale Diät: Die Business-Class wurde ebenso abgeschafft wie Mahlzeiten und Snacks. Abgebaut wurden auch drei der sechs Flugbegleiter pro Flug. 2001 schrieb Ryanair einen Gewinn von 130 Mio. EURO. Mit 32 Flieger werden 45 Strecken in elf Ländern bedient. Gestrichen wurde schließlich auch O'Leary's Hochzeit - wenige Tage vor dem geplanten Termin am vorjährigen 4. Juli. Grund sei aber nicht sein Geiz gewesen, ließ er wissen. (cr, DER STANDARD, Printausgabe 20.3.2002)

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