Umstrittener Mega-Deal

19. März 2002, 17:13
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Hamburg - Der möglicherweise bevorstehenden Fusion von Hewlett-Packard und Compaq gingen mehrere Monate an Streitigkeiten voraus.

3. September 2001: Hewlett-Packard (HP) und Compaq geben überraschend bekannt, dass HP für 25 Mrd. Dollar (28,4 Mrd. Euro) den Konkurrenten Compaq übernehmen wird. Der Zusammenschluss per Aktientausch soll in der ersten Hälfte 2002 abgeschlossen werden.

6. November 2001: Walter Hewlett, der Sohn des im Januar verstorbenen HP-Mitgründers William Hewlett und Aufsichtsratsmitglied von HP, kündigt an, dass die Familie gegen die Fusion stimmen will. Die Familie kontrolliert mehr als 100 Millionen beziehungsweise rund fünf Prozent der Aktien des Computerriesen.

7. November 2001: David Packard, der Sohn des 1996 gestorbenen HP-Mitgründers David Packard, lehnt den Zusammenschluss von HP und Compaq ab. Die Packard-Familie und eine Familienstiftung kontrollieren mehr als zehn Prozent der HP-Aktien.

15. November 2001: Die Übernahme von Compaq durch HP verzögert sich wegen einer längeren Untersuchung durch die US-Kartellbehörde.

7. Dezember 2001: Die Familienstiftung der Packard-Familie, der größte HP-Einzelaktionär, entscheidet sich gegen die geplante Übernahme von Compaq.

31. Januar 2001: Die EU-Kommission billigt die Übernahme des US-Computerkonzerns Compaq durch den Konkurrenten HP.

5. März 2002: Die einflussreiche amerikanische Beratungsfirma Institutional Shareholder Services (ISS) spricht sich für die geplante Fusion zwischen HP und Compaq aus.

6. März 2002: Die amerikanische Wettbewerbsbehörde FTC (Federal Trade Commission) genehmigt den geplanten Zusammenschluss von Hewlett-Packard und Compaq Computer ohne Auflagen.

11. März 2002: Veröffentlichung einer Studie, wonach die Mehrheit der 100 in Europa und den USA befragten Geschäftskunden von HP und Compaq keine Fusion der beiden Unternehmen will.

14. März 2002: Die Bank of America, ein wichtiger Aktionär von HP, spricht sich gegen die Übernahme des PC-Herstellers Compaq aus.

19. März 2002: Die Aktionäre von HP stimmen darüber ab, ob die Fusion im Wert von 20,6 Mrd. Dollar (23,3 Mrd. Euro) zu Stande kommt.

20. März 2002: Die Besitzer des Computerkonzerns Compaq entscheiden, ob sie der de-facto-Übernahme durch HP zustimmen. (APA/dpa)

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