Grüne fordern besseren Schutz für Sexarbeiterinnen

19. März 2002, 14:37
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Besonders ausländische Frauen seien auf Hilfseinrichtungen angewiesen

Wien - Die Wiener Grünen haben den im Zusammenhang mit dem Ex-Eislaufstar Wolfgang Schwarz bekannt gewordenen Fall von angeblichem Mädchenhandel zum Anlass genommen, auf die "unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen ausländischer Sexarbeiterinnen" hinzuweisen. Dringend notwendig sei der Ausbau geeigneter Beratungs- und Ausstiegshilfen für Sexarbeiterinnen seitens der Stadt Wien und eine Enttabuisierung des Themas, hieß es am Dienstag in einer Aussendung.

Hoher Bedarf nach niederschwelligen Einrichtungen

Seit der Einstellung des Projekts "Schlussstrich" gebe es kaum niederschwellige Einrichtungen, an die sich Sexarbeiterinnen wenden können, obwohl die Zahl der illegalen Sexarbeiterinnen ständig steige. Die Wiener Grünen appellierten an Frauenstadträtin Renate Brauner, die Einrichtungen mit Schwerpunkt Gewalterfahrung, Gesundheitsprävention und Hilfestellung beim Ausstieg auszubauen.

Doppelmoralige Gesellschaft

Statt die Schutzbestimmungen für Frauen in der Sexarbeit zu verbessern und Prostitution wie in anderen europäischen Ländern voll arbeits- und sozialrechtlich anzuerkennen, zeige sich hierzulande anhand des zwiespältigen Umgangs mit Prostitution deutlich der Stand der Doppelmoral der Gesellschaft: "Einerseits werden Frauen, die der Prostitution nachgehen, nach wie vor systematisch herabgewürdigt, diskriminiert, entrechtet, gedemütigt und gesellschaftlich geächtet. Andererseits profitieren Männer vom Vorhandensein eines Angebotes an Prostitution, ebenso wie die boomende Sexindustrie, die mit der Hoffnungslosigkeit und Abhängigkeit von Frauen gute Geschäft macht", erklärte die Frauensprecherin der Wiener Grünen, Monika Vana. (APA)

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