Neue Erkenntnisse zur Behandlung von Erektionsproblemen

19. März 2002, 14:19
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Kontinuierliche Produktion von Stickstoffmonoxid kommt Schlüsselfunktion zu

Maryland - Wissenschaftler der John Hopkins University haben im Studium der männlichen Impotenz die Chemie hinter der Erektion des Mannes entschleiert. Eine Schlüsselfunktion kommt dabei der kontinuierlichen Produktion von Stickstoffmonoxid (NO) zu. Während einer Stimulation führt NO zur Entspannung der Blutgefäße und erhöht dadurch den Blutfluss. Die Forscher hoffen, dass ihre Erkenntnisse zu besseren Behandlungen für Männer mit Erektionsproblemen führen werden.

Es gilt bereits als bekannt, dass bei sexueller Erregung von Nervenzellen am Ende des Penis produziertes NO die Erektion startet. Bisher wurde allerdings nicht geklärt, wie die Erektion auch bestehen bleibt, da sich NO innerhalb von Sekunden wieder abbaut. Das Team um Arthur Burnett vom Brady Urological Institute der John Hopkins University wies jetzt im Ratten- und Mäuseversuch nach, dass NO auch von Blutgefäßen freigesetzt wird, die durch die anfängliche Zunahme des Blutflusses stimuliert werden. Der Schwellkörper füllt sich mit Blut, drückt auf die Venen des Penis und verhindert dadurch, dass Blut abfließt. Für die NO-Freisetzung ist das Enzym "Endotheliale NO-Synthase" verantwortlich.

"Die Physiologie der Erektion ist wie Autofahren. Es reicht nicht einzig, den Zündschlüssel zu drehen und zu erwarten, dass das Auto automatisch fährt. Auch das Gaspedal muss getreten und gehalten werden", zieht der Studienautor Arthur Burnett den Vergleich in der aktuellen Ausgabe von Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS). Zündschlüssel seien dabei die Nervenenden, die Stickstoffmonoxid freisetzen, Gaspedal seien die Wände der Penisarterien, die auch als Endothel bezeichnet werden. Erhöht sich der Blutfluss, produzieren die Endothelzellen NO. Es kommt zur permanenten Abfolge von Gefäßmuskulatur-Erschlaffung, Aufrechterhaltung des Blutzuflusses und kontinuierlicher Anregung der Stickstoffproduktion. Da dadurch der Schwellkörper unter Druck bleibt, dauert die Erektion an. (pte)

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